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Ein Ohren- und Augenschmaus

Einen unterhaltsamen Abend und ein paar unbeschwerte Stunden mit hochstehender Unterhaltung bot die Operettenbühne Balzers mit «Gasparone». Sie begeisterte mit ihrer Darbietung das Publikum.
Esther Wyss
Zenobia, die mannstolle Vertraute der Gräfin, erholt sich mit einem kräftigen Schluck aus der Flasche von ihrer Entführung. (Bild: Operette Balzers)

Zenobia, die mannstolle Vertraute der Gräfin, erholt sich mit einem kräftigen Schluck aus der Flasche von ihrer Entführung. (Bild: Operette Balzers)

BALZERS. Mit der einfühlsam gespielten Ouvertüre stimmte das Liechtensteiner Sinfonieorchester (SOL) in die Geschichte rund um den legendären Räuberhauptmann Gasparone ein. Als sich der dunkelrote Samtvorhang lüftete, war die Bühne in ein mystisches, bläuliches Licht getaucht und man hörte das Meer rauschen. Nebelschwaden wabberten über die Hafenszene und düstere Gestalten bewegten sich im blauen Dämmerlicht. Die Schmugglerbande war bei Nacht und Nebel dabei, ihre Ware zu verladen. Später der unerwartete Auftritt des Podesta, des geldgierigen Bürgermeisters Nasoni (Rupert Bergmann) mit seinem kräftigen Bariton und seinem raumgreifenden Gehabe.

Träfe Sprüche mit Aktualität

Er hat sich in den Kopf gesetzt, seinen flatterhaften Sohn Sindulfo (Jean-François Morin) mit der reichen Gräfin Carlotta zu verheiraten. Sigrid Plundrich, Sopran, gab als Carlotta die distinguierte Gräfin. Leider war von ihren gesungenen Texten nur wenig zu verstehen. Das Wirtepaar Benozzo und Sora führten durch das turbulente Geschehen auf der Bühne. Anton Bürzle, Tenor, brillierte in der Rolle des räuberischen Wirtes, während seine adrette Gattin, (Christine Schneider, Sopran) für unterhaltsame Situationen sorgte.

Die Geschichte wurde von den Solisten immer wieder mit träfen Sprüchen, die auch einen aktuellen Bezug haben, aufgelockert und lösten im Publikum manches Schmunzeln aus. Es gab aber auch berührende Momente, wenn Graf Erminio, der eine Hochzeit zwischen Sindulfo und Carlotta zu verhindern sucht, da er selber Carlotta liebt und sie für sich gewinnen möchte, ihr einen Strauss dunkelroter Rosen bringt, der farblich perfekt mit dem Mieder der Gräfin harmoniert. Erminio singt schmachtend den Walzer «Dunkelrote Rosen bring ich, schöne Frau». Die Kostüme (Max Kaiser) der Protagonisten sind farbenprächtig. Der Chor ist präsent und singt engagiert. Die Sänger sind jeweils den Szenen entsprechend apart gekleidet.

Wunderschöne Walzer-Seligkeit

Besondere Begeisterung lösten die Tanzeinlagen aus. Die knallroten Kostüme der Tänzerinnen setzen markante Farbtupfer. Das Bühnenbild ist schlicht gehalten. Es lässt viele Möglichkeiten offen, um die Solisten und die Chormitglieder auf- und abtreten zu lassen. Die Schwierigkeit bestand einzig darin, drei Akte in 2 Bildern darzustellen, was sehr gut gelungen ist.

Im ersten Bild sieht man den Hafen mit der Schmugglerkneipe und Schiffen im Vordergrund. Im zweiten Bild spielen sich die Szenen im Palast und dessen Innenhof ab. Ein besonderes Lob gilt Annette Lubosch, die die schwierige Rolle der nicht mehr jungen, aber mannstollen Zenobia bravourös gemeistert hat. Simon Latzer spielt den Freund Erminios, und man darf gespannt sein, wie sich dieses junge Nachwuchstalent entwickeln wird. Millöcker hat mit dieser Operette seinen musikalischen Einfallsreichtum und seine kompositorische Kunstfertigkeit bewiesen und Regisseur Nikolaus Büchel hat sie in Balzers gekonnt in Szene gesetzt. Es ist eine wundervolle Darbietung, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Nasonis flatterhafter, nichtsnutziger Sohn Sindulfo vergnügt sich mit leichten Mädchen. (Bild: Operette Balzers)

Nasonis flatterhafter, nichtsnutziger Sohn Sindulfo vergnügt sich mit leichten Mädchen. (Bild: Operette Balzers)

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