Ein neues Image für das Toggenburg

Das Toggenburg will sein Image aufpolieren. Mit neun Sujets malt die Kampagne das Bild einer Region, in der Moderne und Tradition eine harmonische Einheit bilden. Die Regionalplanung diskutierte intensiv über deren Notwendigkeit und Wirkung.

Hansruedi Kugler
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Eines der neun Sujets aus der Imagekampagne: Das Toggenburg als Region, die auch High-Tech-Arbeitsplätze anbietet. (Bild: pd)

Eines der neun Sujets aus der Imagekampagne: Das Toggenburg als Region, die auch High-Tech-Arbeitsplätze anbietet. (Bild: pd)

NESSLAU. Rund 90 000 Franken gibt die Regionalorganisation toggenburg.ch jedes Jahr für die Imagekampagne in der NZZ, im Tagblatt und in Beilagen anderer Zeitungen aus.

Die Botschaft der aktuellen Kampagne lautet: In der Region Toggenburg gibt es modernes Wohnen und High-Tech-Arbeitsplätze, einen intakten Freizeit- und Erholungsraum inklusive Ski- und Wanderparadies sowie vielfältige Kulturangebote.

Kampagne läuft vier Jahre lang

Damit will toggenburg.ch vergessen machen, was in zu vielen Köpfen über das Toggenburg festsitzt: Idyllisch, aber rückständig.

Die aktuelle Kampagne startete 2013 und ist vorläufig auf vier Jahre begrenzt. Sie ist eines der Standbeine des Wohn- und Standortmarketings, das die Regionalorganisation betreibt – neben dem Kampf für Umfahrungen, Spital, Kanti, Klanghaus und natürlich für eine starke Position der Region im aktuellen Ringen um die kantonale Richtplanung.

Wirkung ist schwer messbar

Am Dienstagabend trafen sich die Delegierten der Regionalorganisation zur Jahresversammlung und zur Standortbestimmung. Dazu gehört auch ein gelegentliches Hinterfragen solcher Kampagnen. «Ist eine Wirkung der Imagekampagne feststellbar? Kommt jemand wegen dieser Werbung hierher?», fragte etwa Hembergs Gemeindepräsident Walter Fischbacher. Konkrete Effekte zu benennen sei schwierig, meinte Geschäftsführer Daniel Blatter. «Wir stellen einfach fest: Wir finden in anderen Regionen Beachtung mit unseren Inseraten. Bewusstseinskorrektur braucht Zeit.» Zudem müsse man berücksichtigen, dass man mit 90 000 Franken eher ein kleiner Fisch sei. Das Rheintal gebe mehr als viermal so viel Geld für seine Imagekampagne aus. Toggenburg.ch-Präsident Alois Gunzenreiner doppelte nach: «Es geht nicht nur um die Zahl der Zuzüger. Wir brauchen dringend ein positiveres Bild des Toggenburgs.» Arbeitgebervertreter Peter Brunner betonte: «Die Aktion wird massgeblich von der Arbeitgebervereinigung unterstützt und mitfinanziert. Uns ist diese Kampagne viel wert.»

Die Lage bleibt angespannt

Dass das Toggenburg in einem ständigen Kampf nicht nur um sein Bild nach aussen steht, machte Alois Gunzenreiner deutlich: Toggenburger Exportindustrie, Landwirtschaft und Tourismus – wer Gäste oder Kunden im Ausland hat, stehe vor immer grösseren Herausforderungen. «Als Region sind wir genauso davon betroffen. Was will das Toggenburg sein oder was will es werden?» Wie in der Wirtschaft gehe es in der Regionalpolitik auch um Produktegestaltung. Basis dafür sei die Raumplanung. Das vor zwei Jahren verabschiedete Raumkonzept Toggenburg habe sich als nützliches Instrument der Selbstbehauptung gegenüber dem Kanton erwiesen, sagte Gunzenreiner: «Die überdimensionierten Bauzonen im Toggenburg wären wohl schon anderweitig versprochen, wenn wir uns nicht in Form einer eigenen Entwicklungsstrategie hätten dagegen wehren können.» Es gehe letztlich immer um die Frage, ob und wer wächst.

Der Aufwand, Toggenburger Anliegen politisch erfolgreich zu plazieren, werde aber immer grösser. In der Unterstützung der IG Klanghaus, der IG Bildungsstandort und des Fördervereins Spital sieht die Regionalorganisation eine ihrer wichtigsten Aufgaben: «Die Region nimmt sich zurück, stellt die Partner in den Mittelpunkt und übernimmt eine Klammerfunktion.»

Im kommenden Jahr befasst sich toggenburg.ch mit zwei neuen Themen: Dorfkernaufwertung und Gesundheitsversorgung. Zudem wird das Raumkonzept überarbeitet.

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