Ein Juchzer von Nöldi Forrer

Die Nebelschwaden an diesem Montagmorgen zogen exakt auf der Höhe der Tierwis umher und der Westwind blies heftig. Das Ziel der Wanderung mit Nöldi Forrer, Noëmi und Victor Rohner war der Säntis.

Christiana Sutter
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Die letzten Schritte von Victor Rohner und Nöldi Forrer (rechts) auf dem Weg von der Schwägalp hinauf auf die Tierwis.

Die letzten Schritte von Victor Rohner und Nöldi Forrer (rechts) auf dem Weg von der Schwägalp hinauf auf die Tierwis.

Die Nebelschwaden an diesem Montagmorgen zogen exakt auf der Höhe der Tierwis umher und der Westwind blies heftig. Das Ziel der Wanderung mit Nöldi Forrer, Noëmi und Victor Rohner war der Säntis. Noëmi und Victor sind mit ihren zwei Kameramännern seit Tagen im Alpstein unterwegs und berichten im Rahmen der Sommertour «Vom Bodesee in Alpstei» von ihren Wanderungen.

Beste Aussicht auf dem Säntis

Am Morgen traf ich mich mit der Gruppe auf der Schwägalp. Es fehlte nur noch Nöldi Forrer. «Er kommt etwas später und holt uns sicher ein», sagte Victor Rohner. Das sollte für den gut trainierten Schwinger kein Problem sein. Zu fünft starteten wir Richtung Tierwis, dem ersten Ziel dieser Wanderung. Mit zügigen Schritten ging es bergauf.

Immer wieder verharrten wir und schauten Richtung Tal. Dann klingelte das Handy von Victor. «Nöldi startet jetzt», sagte er. Zusammen mit einem der beiden Kameramänner wartete er auf Nöldi. Noëmi, der Kameramann Beni und ich gingen derweil weiter. Unterwegs stoppten wir ein paar Mal, um einige Aufnahmen der Wanderung zu machen. Nach etwa eineinhalb Stunden erreichten wir drei die Tierwis. Das Berggasthaus war in Nebel gehüllt. «Im Toggenburg scheint die Sonne», sagte ich und zeigte südwärts. Wir gingen ins Innere der Bergwirtschaft. Brigitte und Hampi Schoop begrüssten uns herzlich. Kaum hatten wir einen Schluck Saft getrunken, hörten wir über Funk, dass Nöldi, Viktor und der zweite Kameramann im Anmarsch sind. Wir begaben uns nach draussen und begrüssten die Nachzügler, wobei sich Nöldi einen Spruch nicht verklemmen konnte: «Sind er au erscht gad acho.» Nach der kurzen Begrüssung begaben wir uns in die Wirtsstube, wo uns Brigitte Schoop eine heisse Suppe servierte. Diese nahmen wir dankend entgegen. Nach dem Essen interviewte Victor Rohner den Schwingerkönig. Dabei sagte Nöldi, dass er gerne in den Bergen unterwegs ist: «Äs isch eifach schö, au d Rue gnüss ich.»

Der Säntis ist Nöldi Forrers liebster Berg. «Hier oben hat man die beste Aussicht. Auch gehe ich mit Gästen immer auf den Säntis.» Es ist klar, dass Victor Rohner den Bösen über sein Verhältnis zum Schwägalp-Bergschwinget fragte, das in drei Wochen auf der Schwägalp ausgetragen wird. «Das ist sehr speziell, ich habe es auch schon vier Mal gewonnen.» Weiter fragte Rohner, ob er auf der Schwägalp Druck verspüre. «Nein. Für mich ist das Schwingen zu Hause eine Motivation und das Grösste.»

Säntis bezwungen

Die beiden Kameramänner gingen voraus, damit sie von der Stütze zwei auf den Gipfel fahren und unser Eintreffen auf dem Säntisgipfel filmen konnten.

Nöldi Forrer befindet sich dieses Jahr in einem Zwischenjahr. Er musste diesen Frühling beide Leisten operieren lassen. Aber dass er topfit ist, zeigte der nächste Aufstieg zum Säntis. Weiter ging es Richtung Gipfel. Zuvorderst Nöldi Forrer, dann Noëmi Rohner, gefolgt von mir und Victor Rohner. Schon bald musste ich die zwei vor mir ziehen lassen. «Dä Nöldi mit sinä lange Bei cha scho dä Berg uf seklä», sagte ich zu Victor.

Es war garstig, der Wind blies und beim Einstieg in die Himmelsleiter war es auch nass vom Nebel. Wir hörten einen Juchzer. «Das isch dä Nöldi», sagte Victor. Ein paar Minuten später trafen Victor und ich auf dem Gipfel ein, gefilmt von den Kameramännern. Nichtsdestotrotz war ich stolz, den Gipfel wieder einmal von der «anderen» Seite bezwungen zu haben.

Victor Rohner (links) und Nöldi Forrer beim «Fingerhögglä».

Victor Rohner (links) und Nöldi Forrer beim «Fingerhögglä».

Noëmi Rohner und Kameramann Beni Pipa.

Noëmi Rohner und Kameramann Beni Pipa.

Beim Aufstieg von der Tierwis auf den Säntis. (Bilder: Christiana Sutter)

Beim Aufstieg von der Tierwis auf den Säntis. (Bilder: Christiana Sutter)