Ein Ja zu allen Spitalvorlagen

Am 30. November stimmt das St. Galler Volk über die Investitionen in die Infrastruktur unserer öffentlichen Spitäler ab. Die Spitäler Altstätten, Grabs und Walenstadt bilden seit dem Volksentscheid zur Quadriga ein Unternehmen – die Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland.

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Am 30. November stimmt das St. Galler Volk über die Investitionen in die Infrastruktur unserer öffentlichen Spitäler ab. Die Spitäler Altstätten, Grabs und Walenstadt bilden seit dem Volksentscheid zur Quadriga ein Unternehmen – die Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland.

In diesem Unternehmen sind die drei Spitäler eng miteinander verbunden. Stärken eines Spitals wirken sich positiv auf die anderen Spitäler aus, genauso wie die Schwäche eines Spitals die beiden anderen Standorte belastet. Mit den Spitälern Altstätten und Grabs sollen in dieser Spitalregion zwei Standorte erneuert werden. Somit gilt für die Region Werdenberg: Nur ein Ja zu Grabs und Altstätten stärkt den Standort Grabs.

Der Erneuerungsbedarf ist unbestritten. Die alten Immobilien machen es immer schwieriger, eine zeitgemässe, medizinische Betreuung anzubieten, und der Komfort für Kranke lässt teils massiv zu wünschen übrig. Dies in einer Situation, in der sich das öffentliche Gesundheitswesen in einer harten Konkurrenz sieht zu privaten Anbietern, die die umfassende medizinische Grundversorgung der Bevölkerung weder übernehmen können noch wollen. Unser öffentliches Gesundheitswesen zählt zu den günstigsten in der Schweiz und bietet dennoch hohe Qualität. Daher lohnt sich eine Investition in dieses System sehr.

Die Vorlage verfolgt konsequent ein weiteres Ziel, das der Regierung wiederholt von Volk und Kantonsrat vorgegeben wurde: die wohnortnahe Versorgung. Im ganzen Kanton wurde ein zweistufiges Spitalsystem errichtet mit einem leistungsstarken Zentrumsspital und mehreren mit Kooperationen verbundenen Spitalregionen.

Es gibt keinen vernünftigen Grund, dieses bewährte System im Rheintal aufzugeben. Oder um es anders auszudrücken: Wir stimmen nicht darüber ab, ob wir Altstätten und Grabs oder alternativ ein «kleines Zentrumsspital» bevorzugen. Wir stimmen ab über Grabs und Altstätten oder alternativ eben «nichts». Allein der Streit um einen neuen Spitalstandort zwischen St. Margrethen und Mels würde Jahre andauern. Werden also Altstätten und/oder der Spitalstandort Grabs am 30. November abgelehnt, so stünden wir in unserer Region mit leeren Händen da.

Drei weitere Punkte scheinen erwähnenswert. Erstens ist die Vorlage kein finanzielles Abenteuer. Die Spitäler werden sich weiterhin sicher finanzieren und kostengünstig arbeiten können.

Zweitens ist die Bauvorlage an sich gut. Die Bauten an den einzelnen Standorten erlauben eine flexible Nutzung, so dass auf entsprechende Entwicklungen in den nächsten Jahrzehnten an den einzelnen Standorten reagiert werden kann.

Und drittens ist die Gesamtvorlage mehrheitsfähig im ganzen Kanton. Das muss sie auch! Es lohnt sich nicht, Ideen nachzuhängen, die schon alleine aus regionalpolitischen Gründen nicht mehrheitsfähig und somit auch nicht realisierbar sind.

Thomas Warzinek, Präsident Ärzteverein Werdenberg-Sargans, Kantonsrat

Urs Keller, VR-Präsident und Geschäftsführer Pizolcare