Ein Hotel für die Schwalben

Buchs hat jetzt auch ein Schwalbenhotel. Am Freitagnachmittag wurde es im Areal der Abwasserreinigungsanlage aufgerichtet, montiert und eingeweiht. Es besitzt 50 Nisthilfen.

Hansruedi Rohrer
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Das Schwalbenhotel steht: Mithelfer und OV-Mitglieder nach getaner Arbeit. (Bild: Hansruedi Rohrer)

Das Schwalbenhotel steht: Mithelfer und OV-Mitglieder nach getaner Arbeit. (Bild: Hansruedi Rohrer)

BUCHS. Die Mehlschwalbe als häufigste der vier Schwalbenarten nistet vorwiegend an Gebäuden. Doch die Bestände des geschützten Tieres, welches im 2010 Vogel des Jahres war, sind in den vergangenen 20 Jahren massiv zurückgegangen. Unter anderem sind fehlende Nistmöglichkeiten in unseren Siedlungen dafür verantwortlich. Dem entgegen wirkt nun der Ornithologische Verein Buchs. Nach vielen vereinsinternen Anträgen und Diskussionen folgte nun am Freitag der praktische Teil zugunsten der Mehlschwalben. Auf dem ARA-Gelände wurde das Schwalbenhotel auf den vor zwei Wochen erstellten Betonsockel montiert. Die rund fünf Meter hohe Behausung konnte von der Naturschutzkommission der Gemeinde Schmerikon käuflich übernommen werden, weil es dort keinen Erfolg hatte. Das Schwalbenhotel besitzt ausserdem einen Fledermaus-Einschlupf.

Mit Gesang anlocken

In der Nähe befindet sich bereits eine Mehlschwalbenkolonie mit 28 Brutpaaren des Jahres 2013. Mitte April sollen die Tiere nun mittels Mehlschwalbengesang ab CD und Lautsprecher weiter im neuen «Hotel» angesiedelt werden. Wie Edith Altenburger, Obfrau des Ornithologischen Vereins Buchs, sagte, sei der Standort des Schwalbenhotels als ideal empfunden worden. Die Schwalben würden nämlich hier Nahrung finden, zum Beispiel Mücken über den ARA-Becken. Ausserdem habe es hier auch Fledermäuse. Doch müsse man Geduld haben, bis die jungen Mehlschwalben ihr Nest in ihrem neuen «Hotel» entdecken.

Viele freiwillige Helfer

Es seien viele freiwillige Helfer und die Frage nach Finanzierung sowie den Vorbereitungsarbeiten nötig gewesen, sagte Edith Altenburger an der Einweihungsfeier. Für den Transport von Schmerikon nach Buchs habe man einen Feuerwehr-Anhänger und einen Werkhof-Lastwagen der Gemeinde Buchs benützen können. Ausserdem waren auch weitere Fachleute gefragt, wie Werkhofmitarbeiter, Kran- und Baggerführer. Ein besonderer Dank ging an die LG Bau/Gebr. Hilty AG für den gesponserten und erstellten grossen Betonsockel, auf dem das Schwalbenhotel fest verankert ist. «Es ist einfach toll, auf wie viel Goodwill-Engagement man gestossen ist, und vor allem, dass überall für dieses Vorhaben offene Türen waren.» Die Obfrau zitierte dabei OV-Mitglied Günther Schnaubelt, der nach vollbrachter Arbeit zu sagen pflegte: «Alles für die Vögel, alles für den Verein und diesmal ist es für die Mehlschwalben.» Die Tiere brüten oft in Kolonien, welche aus bis zu 100 Nestern bestehen. Das Buchser Schwalbenhaus ist bestimmt eine gute Sache gegen die Wohnungsnot der flinken Flieger. Und es steht sogar in naturnaher Umgebung.