Ein Höhepunkt zum Jubiläum

Zu ihrem 75jährigen Bestehen zeigt die Operettenbühne Vaduz vom 28. Februar bis 28. März den «Zigeunerbaron» von Johann Strauss im Rathaussaal in Vaduz. Eine Operette, die perfekt ins Jubiläumsjahr passt.

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Das Städtle-Festival im Oktober gab einen ersten Vorgeschmack auf den «Zigeunerbaron». (Bild: sdb)

Das Städtle-Festival im Oktober gab einen ersten Vorgeschmack auf den «Zigeunerbaron». (Bild: sdb)

VADUZ. «Der Zigeunerbaron ist eine der schönsten und bekanntesten Operetten», sagte Werner Ospelt, Präsident des Operettenvereins Vaduz, schon bei der Pressekonferenz im Oktober. Und auch William Maxfield, der musikalische Leiter der Operettenbühne Vaduz, stimmte ein: «Es ist ein tolles Stück für das Jubiläum, weil es ein Höhepunkt ist.» Das Stück überzeuge sowohl durch seine opernmässigen Elemente als auch durch die kabarettistischen Einlagen.

Tochter muss zurückbleiben

Die Geschichte der Operette, die 1885 im Theater an der Wien zum ersten Mal aufgeführt wurde und neben der «Fledermaus» und «Eine Nacht in Venedig» zu den grössten Bühnenwerken von Johann Strauss Sohn gehört, spielt im russischen Teil Polens zu Beginn des 20. Jahrhunderts und wird in drei Akten erzählt. Den Text lieferte Ignaz Schnitzer nach einer Erzählung von Maurus Jokai.

Der erste Akt der Operette spielt in einem kleinen Dorf in der Puszta: Als die Türken vor den christlichen Herren überstürzt fliehen müssen, können sie ihre Kriegskasse nicht mitnehmen und verstecken sie daher in der Hoffnung, sie später wieder zurückholen zu können. Auch die kleine Tochter eines türkischen Anführers bleibt zurück und wird von der Zigeunerin Czipra grossgezogen.

Rückkehr in die Heimat

Ein junger Flüchtlingssohn namens Sándor, Sohn des vertriebenen ungarischen Grafen Barinkay, kehrt in die Heimat zurück. Sein elterliches Gut wurde aber längst vom Grundbesitzer Kálmán Zsupán in Besitz genommen. Deshalb wirbt Sándor bei ihm um die Hand seiner Tochter, in der Hoffnung, er könne so die Wogen glätten. Diese lässt ihn allerdings eiskalt abblitzen. Währenddessen erkennen die Zigeuner in Sándor den Sohn des ehemaligen Gutsbesitzers und küren ihn zu ihrem Baron. Daraufhin verliebt sich Sándor in das Zigeunermädchen Saffi. Sie wird seine Braut.

Einwände gegen wilde Ehe

Zu Beginn des zweiten Akts träumt Saffi in der Brautnacht, wo die türkische Kriegskasse versteckt liegt. In der alten Schlossruine wird der Schatz auch wirklich gefunden. Zsupán und der Kommissär haben moralische Bedenken gegen die wilde Ehe von Saffi und Barinkay – die beiden Liebenden wissen sich aber zu rechtfertigen. Graf Homonay wirbt für den Krieg gegen Spanien. Zsupán und Ottokar lassen sich für die Armee anwerben und Barinkay stellt seinen Schatz zur Verfügung. Jetzt beweist Czipra, dass das vermeintliche Zigeunermädchen Saffi eigentlich die Tochter des letzten Paschas ist. Betrübt beschliesst Barinkay, auf die Ehe mit einer solchen Standesperson zu verzichten, und wird ebenfalls Soldat.

Im letzten Akt sind die Spanier besiegt und die Truppen kehren zurück. Kálmán Zsupán prahlt von seinen Taten, doch tatsächlich hat er sich im Krieg nur bereichert. Ein echter Held aber war Barinkay. Dafür wird er von der Kaiserin Maria Theresia zum Baron ernannt. Jetzt kann der einstige «Zigeunerbaron» standesgemäss seine Saffi heiraten. (ah/pd)

Infos und Karten: www.operette.li