Ein Genuss für das Ohr und das Zwerchfell

Am ersten der drei Unterhaltungsabende der Bürgermusik Wildhaus genossen die Zuhörer nicht nur ein abwechslungsreiches Konzertprogramm, auch die Lachmuskeln wurden strapaziert. Das lag unter anderem daran, dass eine bewährte Theatercrew auf der Bühne stand.

Beatrice Bollhalder
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Einmal mehr überzeugten die Wildhauser Musikantinnen und Musikanten mit einem breit gefächerten Musikprogramm. (Bilder: Beatrice Bollhalder)

Einmal mehr überzeugten die Wildhauser Musikantinnen und Musikanten mit einem breit gefächerten Musikprogramm. (Bilder: Beatrice Bollhalder)

WILDHAUS. Man kennt die Menschen, die am Samstagabend gespannt im Mehrzweckgebäude Chuchitobel in Wildhaus sitzen. Fast jeder hat seinen bestimmten Abend, denn keiner möchte die jährliche Unterhaltung der Bürgermusik Wildhaus verpassen. Diese ist nämlich legendär. Die Wildhauser Musikantinnen und Musikanten stehen bereits seit einigen Jahren unter der bewährten Direktion von Christian Schlegel. Und wenn dieser einmal verhindert sein sollte, haben die Musikanten in ihren Reihen noch Klaus Forster, der sie gern nach seinem Taktstock spielen lässt.

Abwechslungsreiches Programm

Mit einem flotten Marsch wurde das Programm am Samstagabend eröffnet. Dann stellte sich aber bereits das erste Problem. Die Wildhauser haben nämlich jedes Jahr Mühe, geeignete Programm-Ansager zu finden. Man erinnere sich – im vergangenen Jahr gingen deswegen sogar Stühle zu Bruch. In diesem Jahr wurde ein fünfköpfiges Ansagerteam verpflichtet. Barfuss, in Trächtli und rotem Brusttuch betraten Lilian Abderhalden, Silvana Köpfli sowie Leonie und Stefanie Hofstetter mit ihrem «Chef» Moa Koch die Bühne und ernteten bereits für ihren Mut einen ersten Applaus. Abwechslungsweise präsentierten die Kinder auf originelle Weise und mit viel Witz die verschiedenen Darbietunges. Beim Boogie-Woogie konnte sich das Saxophon-Register für einmal vorne an die Bühne stellen. Madeleine Götte, Priska Hefti, Lidija Jakovljevic und Raphael Eggenberger entlockten dem Altsaxophon die richtigen Töne. Auf dem Tenorsaxophon spielten Ingrid Abderhalden, Rösli Ammann und Bruno Götte, und auf dem Baritonsaxophon verstärkte Melchior Wenk die Musikanten.

Zipfeltoggis bereicherten

Damit das älteste Mitglied des Vereins nicht aus der Übung kommt, wurde dem achtzigjährigen Klaus Forster der Auftrag erteilt, den Paso Doble zu dirigieren. Für eine weitere Abwechslung – auch optisch – sorgten die Zipfeltoggis. Beim bekannten Schwyzerörgeli-Stück «Im Örgelihuus» sorgten Silvia Abderhalden, Deborah Kaiser sowie die Geschwister Jacqueline und Marcel Schlegel für die Umrahmung. Zipfeltoggis nennen sich die jungen Musikanten, weil sie alle aus dem Toggenburg stammen und als Kennzeichen eine schwarze Zipfelmütze tragen. Für kurze Pause der Organisatoren sorgte der Auftritt des Tambourenvereins Wildhaus unter der Direktion von Franz Götte.

Die ansagenden Kinder nannten auch einige Eckdaten. So war unter anderem zu erfahren, dass das jüngste Mitglied erst 15 Jahre alt ist, das älteste aber bereits achtzig Jahre auf dem Buckel hat.

Irgendwann ist's genug

Was passiert, wenn eine Mutter die Nase voll davon hat, dass die ganze Familie sonntags den eigenen Aktivitäten nachgeht, aber erwartet, dass zu Hause trotzdem aufgeräumt und gekocht ist, erzählt das Theaterstück «Ds glychige Recht». Dass aber schon gelacht wird, wenn bestimmte Schauspieler nur die Bühne betreten und noch nicht einmal etwas gesagt haben, spricht für sich. Es ist unter anderem auch ein Verdienst des langjährigen Regisseurs Hans Forrer, der einmal mehr eine optimale Rollenverteilung vorgenommen hat. Wie das Lustspiel in zwei Akten aber endet, in dem Josef Wenk, Paul Götte, Franziska Egle, Andrea Schöb, Lidija Jakovljevic, Brigitte Looser sowie Bartli Wenk ihre Rollen souverän spielen, wird nicht verraten, da ja noch zwei weitere Aufführungen geplant sind. Nachdem der Vorhang gefallen war, spielte das Ländlertrio Chüeisgruess zum Tanz auf.

Morgen Mittwoch findet der zweite der drei Unterhaltungsabende der Bürgermusik Wildhaus statt, als Tanzmusik konnte das Echo vom Battenberg verpflichtet werden. Am kommenden Samstag ist das Programm erneut zu geniessen, dann sorgen die Zipfeltoggis für Musik zum Tanzen. Die Vorstellungen beginnen jeweils um 20 Uhr.