Ein gemeinsamer Lebensraum

Jährlich lädt die Ortsgemeinde Wartau ihre Bürger zu einem Orientierungsrundgang ein. Am vergangenen Sonntag haben Förster und Jäger über das Thema «Wald – Wild – Lebensraum» orientiert.

Silvia Frick
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Dank der heutigen Gesellschaft: Definierte Wildschutzräume müssen geschaffen werden, erklärt Andreas Luzi aus Malans.

Dank der heutigen Gesellschaft: Definierte Wildschutzräume müssen geschaffen werden, erklärt Andreas Luzi aus Malans.

WARTAU. An die 80 Interessierte haben sich zur diesjährigen Wanderung vom Chrüzweg über Vereitis – Rafaschanis – Böschen- und Eichwald getroffen. An drei Posten stellte die Forst- und Jägerschaft ihre Zusammenarbeit in Wald und Flur dar. «Zusammenarbeit auf allen Stufen», «Lebensraumberuhigung» und Lebensraum Wald» standen im Programm.

Gesetzlich geregelter Raum

«In unseren Wäldern ergeben sich mit Lebensraum- und Artenschutz vielfältige natur- und tierschützerische Verpflichtungen», informierte Felix Zaugg als Jäger der Region Gauschla. Gesetzlich geregelt würden Forst- und Jagd im Forstwesen durch das Kantonsforstamt mit fünf Waldregionen und durch ausgebildete Revierförster. Die Jagd hingegen würde getragen durch das «Amt für Natur, Jagd und Fischerei (Anjf), aufgeteilt in sieben Wildhutkreise und 145 Jagdreviere, sagte er. Die Zusammenarbeit läuft seit 2012 via kantonalen Massnahmenplan Wald-Wild-Lebensraum. Sein Ziel: «Der St. Galler Wald, das Offenland und der darin vorkommende Wildbestand sollen Eigenschaften aufweisen, welche ein nachhaltiges und ausgeglichenes Zusammenspiel erlauben.»

Gemeinsame Hege und Pflege

So schaffen denn Jäger und Förster zum Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel nahtlos zusammen. Sie beachten die Jagdnutzung der Wildbestände, verbessern dadurch die Lebensgebiete der Tiere und vermindern gleichzeitig Schäden (zum Beispiel Verbiss von Jungbäumen). In der Aufgabe der Förster hingegen liegt die Naturgefahren-Abwehr. Sie stellen Schutzwald- und Schutzwaldpflege sicher und fördern die Erhaltung der Biodiversität. Gesunde und vitale Wälder schonen die Waldböden und die Grundwasservorkommen. Förster beachten die Wertschöpfungskette Holz im Holzhandel und erhalten zugleich die Landschaftsvielfalt.

Gesellschaft als Störfaktor

Dass, im heutigen Gesellschaftswandel das Wild geschützt werden muss, stellten nun Andreas Luzi und Nigg Wohlwend von der Jagdgesellschaft Gonzen, am Infoposten «Lebensraumberuhigung» dar. «Durch Biker auf einsamen Pfaden und Freerider auf abseitigen Pisten wird das Wild gestört. Gefährdet sind vor allem Hirsche, Gemsen und das Alpenschneehuhn, welches Bodenvibrationen ab über 300 Meter spürt. Aufgescheucht verlieren die Tiere an Kraft und riskieren so den Winter nicht zu überleben. Wildruhezonen müssen geschaffen werden. Regelungen werden bestimmt, Pisten signalisiert und Verbote ausgesprochen. Alle Bestimmungen sind in einem «Naturknigge» aufgeführt.

Bleibt letztlich die gezielte Waldpflege. Ernst Vetsch, Revierförster, Weite, erklärte am Posten «Lebensraum Wald», die natürliche Verjüngung der Wälder. Lichteinfall und Bestandesdichte der Bäume müssen beobachtet und gesteuert werden. Ein nachwachsender Baumbestand brauche vier bis fünf Jahre, um sich zu erneuern. Dabei müssten junge Bäume gegen Wildverbiss geschützt werden – wobei der Naturpflegekreis wieder zurückgekehrt ist zu den Jägern.

Zum Abschluss offerierte die Ortsgemeinde im Werkhof Dornau einen Imbiss, und die Musikgesellschaft Azmoos rundete den gelungenen Anlass mit flotter Blasmusik ab.

Der gemütliche Teil des Anlasses: Mittagessen mit Unterhaltung der Musikgesellschaft Azmoos. (Bilder: Silvia Frick)

Der gemütliche Teil des Anlasses: Mittagessen mit Unterhaltung der Musikgesellschaft Azmoos. (Bilder: Silvia Frick)