Ein bunter Mix von Musik

In der reformierten Kirche in Sevelen waren Rothenbergers zu Gast. Kurt mit Tochter Milena. Mit dabei war Silvan Kiser aus Winterthur sowie der Gamser Tastenvirtuose Karl Hardegger.

Pius Bamert
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Viel Klassik und viel Jazz: In der reformierten Kirche in Sevelen spielten Silvan Kiser, Milena Rothenberger, Kurt Rothenberger und Karl Hardegger (von links). (Bild: Pius Bamert)

Viel Klassik und viel Jazz: In der reformierten Kirche in Sevelen spielten Silvan Kiser, Milena Rothenberger, Kurt Rothenberger und Karl Hardegger (von links). (Bild: Pius Bamert)

SEVELEN. Kurt Rothenberger hat wieder einmal ein leckeres musikalisches Menu zusammengestellt. Gleich zu Anfang gewissermassen als eine gut gewürzte Vorspeise aus Russland: «Kalinka» – eine Melodie, die jeder kennt, ist die Verniedlichungsform der russischen Beere Kalina. Es ist ein Volkslied das um die Welt ging. Iwan Petrowitsch hat es 1860 komponiert. Es ist auch ein schneller Tanz, der an den ungarischen Csárdás erinnert.

Karl Hardegger setzt sich an die Kirchenorgel, spielt «Hornpipe Humoresque», eines der humorvollsten Stücke in der klassischen Musik. Kirchenorgel – dem Klang dieses Instruments kann sich niemand entziehen. Um 1796 erfand ein Anton Weidinger eine bahnbrechende Neuerung: die Klappentrompete. Das Konzert für Trompete und Orchester Es-Dur von Joseph Hayden war das erste Konzert für dieses neue Instrument, gilt bis heute als Standardwerk.

Siegeszug um die Welt

Di Capua schuf mit «O sole mio» einen Gassenhauer, der durch seine ins Ohr gehende Melodie einen Siegeszug um die ganze Welt feierte. Der grosse neapolitanische Tenor Enrico Caruso nahm das Lied 1916 als erster Sänger auf Platte auf, Irgendwann nahmen die meisten Tenöre den Song in ihr Repertoire auf.

Auch Sänger aus der Unterhaltungsmusik, wie etwa Dean Martin, sprangen auf diesen Zug auf und das mit grossem Erfolg. Bei den Olympischen Spielen 1920 in Antwerpen konnte man die italienische Nationalhymne nicht finden und spielte stattdessen «O sole mio». Dass Rothenberger jede Art von guter Musik spielt, erlebt man bei jedem seiner Konzerte. So ist auch seine Leidenschaft für den Jazz verständlich. Jazz Invention Nr. 1, den Swing, spielt er zusammen mit Silvan Kiser. «Summertime» von George Gershwin aus der Oper «Porgy and Bess» ist wohl das meist gesungene Lied aus diesem Musical. Alle grossen Jazzsängerinnen haben es immer wieder auf die Bühne gebracht.

Alles abgefordert

Heute abend ist es Milena Rothenberger, die es gesanglich vorträgt, wie auch das folgende «Lullaby of Birdland». Der Pianist Georg Shearing komponierte 1959 den Jazzstandard. Man sagt, innerhalb von 10 Minuten. Hauptsächlich körper- und stimmgewaltige Damen der Szene sangen den Song. Gesanglich fordert er alles ab. Trotzdem hat sich Milena an diese Werke gewagt. Trotz ihrer eher feinen Stimme ist es ihr gelungen, die Zuhörer zu begeistern.

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