Ein Biber für mehr Schnitzel

Am Dienstag nahm die Wald Holz Energie AG ihren neuen Häcksler, den Eschlböck «Biber 84», in Betrieb. Die 750 000 Franken teure Maschine verarbeitet bis zu 200 Kubikmeter Holz pro Stunde.

Corinne Hanselmann
Drucken
Häcksler, Kran und LKW lassen sich aus derselben Kabine bedienen. (Bild: Corinne Hanselmann)

Häcksler, Kran und LKW lassen sich aus derselben Kabine bedienen. (Bild: Corinne Hanselmann)

LIENZ/SENNWALD. 32 Tonnen Gewicht, ein drehbarer Hackeraufsatz mit Förderband und eigenem Motor und ein Leistungsvermögen von bis zu 200 Kubik Holz pro Stunde. So weit die Eckdaten des neuen Häckslers der WHE Wald Holz Energie AG, die zu je 40 Prozent der Forstgemeinschaft Sennwald und der Rheintal Forst AG und zu 20 Prozent der Holzmarkt Ostschweiz AG gehört. Im vergangenen Jahr entschied das Unternehmen, den alten, nach siebenjähriger Betriebszeit in die Jahre gekommenen Holzhacker, zu ersetzen.

Häcksler ist mittig stationiert

Nach Evaluationen fiel die Auswahl auf das Modell «Biber 84» der österreichischen Firma Eschlböck, die seit 60 Jahren auf Grosshacker spezialisiert ist. Kürzlich wurde das Gefährt importiert, von der Motorfahrzeugkontrolle überprüft und nun in Betrieb genommen. Zwei Chauffeure wurden extra auf die Arbeit mit dem neuen Häcksler vorbereitet. Stationiert ist der Lastwagen auf dem Gelände des Rheinunternehmens beim Steinbruch Oberbüchel in Lienz, was zentral im Einsatzgebiet des «Bibers» liegt, welches sich von Sevelen bis St. Gallen erstreckt. Der alte Häcksler wurde ins Ausland verkauft.

Mehr Effizienz

Ein grosser Vorteil der neuen Maschine sind der flexibel drehbare Hackeraufsatz, der ein ständiges Umparkieren auf engen Wald- oder Bergstrassen unnötig macht. Zudem wird der Hacker durch einen separaten Dieselmotor betrieben, was den LKW-Motor schont. Komfortabel ist auch, dass der Chauffeur den Lastwagen, den Kran und den Hacker aus derselben Kabine bedienen kann.

Der bisherige Häcksler verarbeitete stündlich bis zu 120 Kubikmeter Holz zu Schnitzeln. Der neue schafft, bei optimalem Holz (zum Beispiel ganze Fichtenstämme), bis zu 200 Kubikmeter. Dabei hilft auch das Förderband, welches das Holz automatisch in den Häcksler befördert, nachdem es mit dem Kran in der Auflage plaziert wurde. So kann einiges schneller gearbeitet werden, wie der Chauffeur bei einem «Testlauf» am Dienstagabend eindrücklich bewies. «Mit dem <Biber> ist die WHE AG nun für die nächsten sieben bis zehn Jahre gerüstet», sagt Verwaltungsratspräsident Thomas Wohlwend.

Aus der Region, für die Region

«Das Ziel der Forstgemeinschaft Sennwald wie auch der WHE AG ist es, das Holz aus der Region auch dort zu verwerten», erklärt Wohlwend. Sei es als Bau- oder Brennholz, oder – als letztes Element in der Wertschöpfungskette – als Holzschnitzel für Heizungen. Äste und andere Reste, die man früher nach dem Holzen oft im Wald liegen liess, werden heute zu Haufen aufgeschichtet und bei Bedarf mit dem Häcksler zu Holzschnitzeln verarbeitet, hauptsächlich von Winter bis Frühsommer. So wird zum Beispiel das Altersheim Forstegg in Sennwald auf diese Weise geheizt und auch im neuen Landwirtschaftlichen Zentrum in Salez, das sich im Bau befindet, ist eine Schnitzelheizung vorgesehen. «Der neue Häcksler ist eine Investition in die Zukunft», so Wohlwend.

Die Verwaltungsräte der WHE Wald Holz Energie AG und der Chauffeur vor dem neuen Holzhacker. (Bilder: Corinne Hanselmann)

Die Verwaltungsräte der WHE Wald Holz Energie AG und der Chauffeur vor dem neuen Holzhacker. (Bilder: Corinne Hanselmann)

Aktuelle Nachrichten