Ein Architekturstudium in St. Gallen wird unterstützt

KANTON ST. GALLEN. In zwei Jahren sollen die ersten Studierenden in St. Gallen den Bachelor-Studiengang Architektur absolvieren können. Bis zu 80 Studienplätze sollen geschaffen werden. Der Kantonsrat unterstützt das Vorhaben der Fachhochschule St. Gallen.

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KANTON ST. GALLEN. In zwei Jahren sollen die ersten Studierenden in St. Gallen den Bachelor-Studiengang Architektur absolvieren können. Bis zu 80 Studienplätze sollen geschaffen werden. Der Kantonsrat unterstützt das Vorhaben der Fachhochschule St. Gallen.

An der FHS St. Gallen, der Hochschule für Angewandte Wissenschaften, soll ab 2017 ein Bachelor-Studiengang Architektur angeboten werden. Dieser soll praxisbezogen, also mit Schwerpunkt Projektleitung und Bauausführung, ausgestaltet sein. Zudem wird das Studium an der FHS mit jenem an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Chur (HTW) koordiniert. Dies, um Übertritte in das Hauptstudium zu ermöglichen.

Gegen Fachkräftemangel

Die St. Galler Regierung hat dem Kantonsrat den entsprechenden Bericht zu einem neuen Studiengang Architektur an der FHS unterbreitet. Die vorberatende Kommission hat sich nun hinter die Analysen und Schlussfolgerungen gestellt, wie die Staatskanzlei in einer Mitteilung schreibt.

Weiter heisst es, die Ostschweiz stehe auf dem Arbeits- und Standortmarkt in harter Konkurrenz zu anderen Schweizer Regionen, vor allem zum wirtschaftsstarken Metropolitanraum Zürich. Wolle sie Unternehmen ansiedeln und halten, so müsse sie diesen genügend Fachkräfte zur Verfügung stellen. Diese Fachkräfte gelte es selbst auszubilden, denn Absolvierende höherer Ausbildungen würden sich oft dort in den Arbeitsprozess integrieren, wo sie die Ausbildung abschliessen.

Mangel an Fachkräften

Diese Erkenntnisse sind wichtig für den Kanton St. Gallen, der industriell geprägt ist und es gerade da im Berufsfeld Architektur einen Mangel an Fachkräften gibt. Die Möglichkeit, an der FHS Architektur zu studieren, ist gemäss Mitteilung zudem eine wirksame Massnahme gegen die Abwanderung qualifizierter Berufsleute in andere Regionen.

Die vorberatende Kommission schliesst sich der Erwartung der Regierung an, dass die Architektur- und Ingenieurbüros ihren Beitrag zur Förderung des neuen Studiums leisten. Sie können dies durch Bereitstellen von Ausbildungs- und Praktikumsplätzen in genügender Zahl und durch eine motivierende Führung in der Grundausbildung tun. Damit sichern sie der Fachhochschule den Nachwuchs an Studierenden und dem Arbeitsmarkt den Nachwuchs an qualifizierten Fachkräften.

Halbe Million Franken pro Jahr

Das neue Hochschulstudium ist auch finanziell gesehen eine lohnende Investition. Wer im eigenen Kanton statt auswärts studiert, erspart dem Kanton den Studienbeitrag an fremde Hochschulen. Rechne man diese Ersparnis an die Investition für das eigene Angebot an, so würden sich bescheidene Nettokosten ergeben, heisst es in der Mitteilung weiter. Im Fall des Architekturstudiums in St. Gallen sind dies etwa 560 000 Franken jährlich.

Start im Jahr 2017 realistisch

Nach der Beratung des Berichtes in der kommenden Septembersession sollen die definitiven Beschlüsse bis Spätherbst 2015 gefällt werden. Im ersten Jahr des neuen Architektur-Studiengangs wird mit 25, im Endausbau mit etwa 80 Studierenden gerechnet. Die Kommission sei sich bewusst, dass dies verhältnismässig tiefe Zahlen sind. Sie sei dennoch klar der Meinung, dass damit eine hohe Ausbildungsqualität und eine gute bildungspolitische wie ökonomische Wirksamkeit sichergestellt sind. (wo)