Eifersucht und Geschwisterstreit

Letzten Samstag öffnete die EMK zum 10. Mal die Türen für den beliebten ­«Zmorgaträff». In gemütlicher Atmosphäre gab es einen Vortrag und ausgiebiges Frühstück.

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Gemütliche Runde mit Frühstück und Fachinformationen. (Bild: PD)

Gemütliche Runde mit Frühstück und Fachinformationen. (Bild: PD)

Die Referentin, Rahel Striegel, Leiterin der sozialpädagogischen Fachstelle der Stiftung Gott hilft in Zizers, durfte zum 2. Mal willkommen geheissen werden. Die Eifersuchtsproblematik und der Streit zwischen Geschwistern wurde dieses Mal behandelt und vertieft. Indem die Gefühle der Eifersucht aus der eigenen Kindheit reflektiert wurden, wuchs das Verständnis zum Verhalten der Kinder.

Die Zmorgaträff-Besucher erfuhren, dass hinter vielen Geschwisterkonflikten die Eifersucht steckt. Das Spannungsfeld zwischen Eifersucht und Neid ist hochinteressant und es sollte unterschieden werden zwischen Eifersucht (emotionale Benachteiligung) und Neid (sachliche Benachteiligung). In Diskussionsgruppen folgte dann ein reger Austausch darüber. Rahel Striegel betonte, dass es sehr spannend ist, im gemeinsamen Gespräch mit den Kindern herauszukristallisieren, auf welcher Ebene wir uns in einem Konflikt überhaupt bewegen. Geht es bei der Aus­einandersetzung darum, dass der andere etwas hat, was ich auch haben will (Sachebene) oder geht es darum, dass der andere mehr Zuwendung/Aufmerksamkeit als ich (Beziehungsebene) bekommt? Im gegenseitigen Austausch mit dem Kind empfiehlt sich von daher, stets das Ziel vor Augen zu halten, dass der Konflikt nur im ge­meinsamen Gespräch gelöst wird.

Kinder können Konflikte untereinander lösen

Geht es um das leidige Thema Streit zwischen Geschwistern, galt es an diesem Vormittag erst einmal darum, sich der Tatsache bewusst zu werden, dass Geschwister streiten dürfen. Ein beliebter Klassiker in der Kindererziehung ist bekanntlich die Aussage, dass die Kinder ihre Konflikte selber untereinander lösen sollen. Eltern sollen in ihrer Rolle als Streitschlichter fungieren, damit die Kinder quasi unter Anleitung die Chance bekommen, die Situation untereinander selbst zu klären.

Eine wichtige Anmerkung zum Schluss: Nicht alle Konflikte in der Familie und zwischen den Kindern haben auch mit den ­Kindern zu tun. Die Faktoren zeitlicher Stress, Probleme in der Schule oder Spannungen in der Partnerschaft wirken sich entsprechend auf die Emotionen aus und haben einen ­entscheidenden Einfluss darauf, wie Kinder Konflikte unter­einander lösen, so die Veran­stalter.

Der nächste Zmorgaträff mit dem Thema Mobbing findet am 17. März 2018 statt. (pd)