Echte Freude

Zum Sonntag

Pfarrer John Bachmann, Grabs
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Es wird viel über Depression geredet, aber vergleichsweise wenig über Freude. Es wird viel über Probleme geredet, aber vergleichsweise wenig über Lebensgenuss. Jesus konnte sehr ernst sein, er hat die Konfrontation nicht gescheut und hat viel Leid getragen. Aber man vergisst, dass er auch ein fröhlicher Mensch war. Die Lebens-und Genussfreude von Jesus und seiner Jünger war so auffällig, dass man ihm unterstellte, ein «Fresser und Weinsäufer» zu sein.

Wie kann es anders sein, dass Jesus, Gottes Sohn, ein Mensch der Freude war. Denn Gott hat eine Welt voller Farben und Formen und Möglichkeiten geschaffen. Nehmen wir nur Musik. Sie ist für so viele Menschen eine Quelle von Freude und Trost. Viele wären verloren ohne Musik. Nein, Gott muss auch ein fröhlicher Gott sein. Und sein Sohn Jesus hat nicht umsonst seinen Jüngern versprochen, dass ihre Traurigkeit sich in Freude verwandeln wird und ihre Freude vollkommen sein wird (Joh. 16, 20 und 15, 11). Aber die tiefste Freude kommt aus der Trauer und den Nöten. Wer grosse Nöte durchlebt hat, wird an vielem Freude haben, an dem andere völlig ungerührt vorbeigehen. Nicht umsonst kommt die grösste Freude, die Osterfreude, aus dem Karfreitag.

Und noch was: Es gibt so wenig Freude, weil wir so allein sind. Freude spriesst in Gruppen. In Gemeinschaft. Echte, gute Gemeinschaft braucht keinen Alkohol, sondern sie generiert Freude, einfach weil da Menschen zusammen sind und jeder wieder etwas anderes hat, einen Witz oder eine Weisheit oder sonst was Wunderliches.

Und zuletzt: Einmal werden wir alle sterben. Sterben ist Gewinn, sagt Paulus (Phil. 1, 21). Wer an Jesus glauben kann, für den ist der Tod Anfang, nicht Ende. Grund zur Freude: Das Beste kommt noch!

Pfarrer John Bachmann, Grabs