Dreiste Gauner tricksen Rentner aus

In der Ostschweiz häufen sich die Anzeigen wegen Trickdiebstählen. Die Täter gehen dabei immer gleich vor. Opfer sind meist ältere Menschen. Die Polizei mahnt zur Vorsicht und rät, einen gewissen Sicherheitsabstand zu wahren.

Tim Naef
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REGION. Geschickt, unbemerkt und unter Vorspiegelung falscher Tatsachen versuchen sie, ihre Opfer zu bestehlen: Trickbetrüger. Dabei nutzen sie die Hilfsbereitschaft der Leute aus. In der Ostschweiz häufen sich derzeit Vorfälle solcher Art. Allein der Kantonspolizei St. Gallen wurden in sieben Tagen fünf Vorfälle gemeldet.

Bei den aktuellen Fällen gehen die Täter aber immer gleich vor: Ein Auto mit zwei Insassen hält am Strassenrand an. Eine Person, meist eine Frau auf dem Rücksitz, fragt einen Passanten nach dem Weg ins nächste Spital. Nachdem den Betrügern der Weg erklärt wurde, bedankt sich die Frau überschwenglich. Sie steigt aus dem Auto aus und umarmt das Opfer. Dabei geschieht der Trickdiebstahl: Während der Umarmung legt sie den Betroffenen zum Dank eine wertlose Halskette oder einen Ring an und stiehlt dabei den echten Schmuck der Opfer. Für ihren Trickdiebstahl suchen sich die Täter meist ältere Menschen aus, die alleine unterwegs sind.

Überraschungseffekt schaffen

«Mit dem forcierten Körperkontakt schaffen die Täter einen Überraschungseffekt», sagt Gian Andrea Rezzoli, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen. «Normalerweise hält man zu Fremden einen physischen Sicherheitsabstand ein. Diesen Umstand nutzen die Täter für sich aus.»

Gewisse Vorsicht bei Fremden

«In den aktuellen Fällen gehen wir von zwei bis vier Verdächtigen aus», sagt Rezzoli. Laut den Betroffenen sind die Täter zwischen 40 und 50 Jahre alt und sprechen gebrochenes Deutsch. Unterwegs waren sie in einem blauen und silbrigen Auto mit deutschem Kennzeichen. «Da sich die einzelnen Fälle stark ähneln, gehen wir von einer Bande aus», sagt Rezzoli. «Wir stehen mit den verschiedenen Polizeikorps in ständigem Kontakt», sagt Rezzoli. «Doch bis auf die Zeugenaussagen haben wir bis jetzt noch keine Anhaltspunkte.» Es sei wichtig, dass die Bevölkerung über das Vorgehen der Täter informiert wird. Eine gewisse Vorsicht bei Fremden sei angebracht. Dennoch sollen die Menschen hilfsbereit bleiben. «Ich rate aber, einen gewissen Sicherheitsabstand immer beizubehalten.»