Dreimal mehr Arme als 2008

In Buchs und in Sevelen gibt es prozentual mehr Sozialhilfeempfänger als im Kanton St. Gallen. In Buchs sind es 2,9 Prozent der Bevölkerung, in Sevelen 2,5 Prozent. In Sevelen hat sich die Anzahl seit 2008 verdreifacht.

Alexandra Gächter
Drucken

REGION. Die Armut nimmt im Kanton St. Gallen langsam zu. Die vom Kanton veröffentliche Statistik zeigt, dass im Jahr 2012 2,2 Prozent der St. Galler auf Sozialhilfe angewiesen waren. Im Jahr 2008 waren es 2 Prozent (der W&O berichtete am 2. April).

Dieser leichte Aufwärtstrend zeigt sich auch in der Gemeinde Wartau (2008: 1,5 Prozent, 2012: 1.8 Prozent). In Sennwald (2008: 0,7 Prozent, 2012: 1,2 Prozent) und Wildhaus-Alt St. Johann (2008: 0,7 Prozent, 2012: 1,1 Prozent) ist der Prozentsatz dagegen deutlicher angestiegen.

Weniger «Working Poor»

In Grabs blieb der Prozentsatz der Sozialhilfeempfänger in den vergangenen Jahren konstant auf 1,1 Prozent. In der Gemeinde Gams ist die prozentuale Anzahl gar von 1,2 auf 1,0 Prozent gesunken. Des weiteren ist erfreulich, dass es in der Gemeinde Wartau weniger «Working Poor» gibt, also Arbeiter, welche trotz Erwerbstätigkeit nicht genügend Einkommen erzielen. Im Jahr 2008 arbeitete beinahe jeder dritte Wartauer Sozialfall zu 100 Prozent. Im Jahr 2012 betrug der Anteil Vollzeitarbeiter unter den Sozialhilfeempfängern nur noch 4,3 Prozent.

Weniger erfreulich ist die Statistik von Buchs und Sevelen. Beide Gemeinden weisen mit 2,9 respektive 2,5 Prozent eine höhere Sozialhilfequote als der Kanton St. Gallen mit 2,2 Prozent auf. Während in Buchs die Anzahl Sozialfälle konstant blieb, hat sich diejenige von Sevelen von 0,8 auf 2,5 Prozent verdreifacht. In konkreten Zahlen ausgedrückt heisst das: Im Jahr 2008 waren 32 Seveler auf Sozialhilfe angewiesen, im Jahr 2012 waren es 103.

Wattwil mit vierthöchstem Wert

Im ganzen Kanton fällt auf, dass die Zahl der Sozialfälle vor allem in den Zentren und in den Gemeinden mit wachsender Besiedlungsdichte zugenommen hat. Die Toggenburger Zentrumsgemeinde Wattwil weist jedoch trotz gesunkener Anzahl Einwohner mit 3,5 Prozent die vierthöchste Sozialhilfequote des Kantons auf. Die Einwohnerzahlen von Buchs und Sevelen sind hingegen gewachsen. Das könnte zumindest teilweise die Zunahme der Sozialfälle erklären. Doch weshalb hat sich die Anzahl Sozialfälle in Sevelen gar verdreifacht? • LOKAL 5

Aktuelle Nachrichten