«Dort Dienst leisten, wo es am meisten Sinn macht»

Hanspeter Thurnherr
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St. Gallen Für Jascha Müller, Präsident des Kantonal-Feuerwehrverbandes St. Gallen, hat eine enge Zusammenarbeit verschiedener Feuerwehren vor allem zwei Vorteile. «Im Einsatz kennt man die Partner. Und eine enge Zusammenarbeit kann eine Festanstellung eines Kommandanten oder zum Beispiel eines Materialwartes ermöglichen. So können die Milizangehörigen entlastet werden. Fusionen könnten zu weniger Personalbedarf führen. Doch er warnt: «Die Grenze ist aber dann erreicht, wenn eine Feuerwehr die nötige Leistung nicht mehr jederzeit und in der vorgegebenen Zeit erbringen kann, weil nicht mehr genügend Personal verfügbar ist.»

Zurzeit werde das Feuerschutzgesetz revidiert. «Darin soll eine Möglichkeit geschaffen werden, dort Feuerwehrdienst zu leisten, wo es am meisten Sinn macht: im Dorf, am Arbeitsort oder in der Betriebsfeuerwehr», verdeutlicht Jascha Müller.

Nach wie vor sei die Rekrutierung von neuen Angehörigen der Feuerwehr (AdF) eine intensive, aufwendige Aufgabe. «Das reichhaltige Freizeitangebot steht in Konkurrenz zum Dienst bei der Feuerwehr. Die Stadt St. Gallen, wo Müller unter anderem Leiter der Milizfeuerwehr ist, bietet Infoabende, setzt auf gezielte Werbung und motiviert die jungen AdF, Freunde in die Feuerwehr zu bringen.

«Als Kantonalfeuerwehrverband fördern wir die Jugendfeuerwehr, produzieren Filme, Apps und Webauftritte, koordinieren Werbeauftritte, helfen mit bei öffentlichen Auftritten wie zum Beispiel an der Olma-Sonderschau und produzieren Broschüren für zukünftige ADF und Arbeitgeber.» Denn Müller spürt ebenfalls, dass Arbeitgeber weniger bereit seien, Mitarbeiter für die Feuerwehr abzustellen. Es erstaunt ihn, «dass ein Mitarbeiter selbstverständlich drei Wochen Militärdienst leisten kann, aber drei Tage Feuerwehrkurs zu viel ist.» Deshalb hat der Feuerwehrverband die Broschüre «Meine Angestellten sind bei der Feuerwehr» produziert.

Hanspeter Thurnherr