Dorfposse um eine Quelle und sauberes Trinkwasser

GAMS. In der Schweiz leben wir im Wasserschloss Europas und rühmen uns des saubersten Trinkwassers. Und falls dieses für einmal nicht sauber genug ist, werden umgehend Massnahmen ergriffen, so dass sofort wieder Wasser ab dem Hahnen getrunken werden soll.

Heini Schwendener
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Sauberes Trinkwasser, darum geht es im Streit um die Brunnenkorporation Hueb in Gams. (Bild: fotolia)

Sauberes Trinkwasser, darum geht es im Streit um die Brunnenkorporation Hueb in Gams. (Bild: fotolia)

GAMS. In der Schweiz leben wir im Wasserschloss Europas und rühmen uns des saubersten Trinkwassers. Und falls dieses für einmal nicht sauber genug ist, werden umgehend Massnahmen ergriffen, so dass sofort wieder Wasser ab dem Hahnen getrunken werden soll.

Leitungsrohr «besetzt»

In Gams hat das Quellwasser der Brunnenkorporation Hueb (BKH) derzeit eine ungenügende Qualität und muss seit Mitte Mai behördlich verordnet vor dem Gebrauch abgekocht werden. Mit dem Anschluss der BKH-Leitungen an das Wasserversorgungsnetz der Gemeinde könnte das Problem schlank gelöst werden. Für Dienstag war dieser Anschuss vorgesehen. Doch die Arbeiter konnten den Eingriff, der die 20 Wasserbezüger der Brunnenkorporation umgehend wieder mit sauberem Wasser versorgt hätte, nicht vollziehen. Denn Mitglieder der BHK hinderten sie daran, einer stellte sich einfach auf das Leitungsrohr und bewegte sich da nicht mehr weg.

Polizeieinsatz als Option

Auch eindringliches Zureden des Gemeindepräsidenten nützte nichts. Der Ton bleibt zwar anständig, die Stimmung in der flirrenden Hitze dieses Sommertags war aber aufgeladen. Um eine Eskalation zu verhindern, wurden die Bauarbeiter nach etwa einer Stunde unverrichteter Dinge abgezogen.

Am Mittwoch, stellte Gemeindepräsident Fredy Schöb in Aussicht, werde darum die Polizei vor Ort dafür sorgen, dass der Auftrag des Kantons, allen Haushalten sauberes Wasser zu liefern, ohne Wenn und Aber umgesetzt werden könne. Auf die renitenten BHK-Mitglieder machte diese Ankündigung indes keinen Eindruck.

Dass es dann gestern mittag doch nicht zum Showdown zwischen einigen BKH-Mitgliedern, Behörden und Polizei kam, ist einem kurzfristig einberufenen Treffen zu verdanken, zu dem sogar ein Vertreter des Amtes für Verbraucherschutz und Veterinärwesen nach Gams reiste. Der fünfköpfigen Gruppe von BKH-Mitgliedern wurde eine Frist bis heute morgen eingeräumt, um dem Anschluss ihres Netzes an die Wasserversorgung der Gemeinde zuzustimmen.

Das wird nun wohl doch geschehen. Hinter den Ereignissen am Dienstag mit dem Potenzial einer Dorfposse steckt eine Vorgeschichte, die bisher bereits zwei Bundesordner Akten generiert hat. ? DIE DRITTE