Diesen Film muss man sehen

Der Werdenberger Filmemacher Kuno Bont trifft mit seinem neuen Spielfilm «Das Deckelbad» tief in die Herzen. Die rührende Geschichte läuft ab morgen täglich im Kiwi Treff Werdenberg.

Hansruedi Rohrer
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Der Gemeindepräsident und die tanzende Katharina Walser.

Der Gemeindepräsident und die tanzende Katharina Walser.

WERDENBERG. Mit Spannung ist der neue Film «Das Deckelbad» erwartet worden. Diesen Film müsste sich jedermann ansehen, denn er beruht auf einer wahren und tragischen Geschichte, die sich im Werdenbergischen, am Grabserberg, zugetragen hatte. Zugleich packt der Film ein heisses Eisen an: er nimmt mit den behördlichen Eingriffen, den sogenannten Administrativmassnahmen und der damit oft verbundenen Willkür, ein heikles und bisher verschwiegenes Thema auf. Der Film war damit im Vorfeld schon umstritten und wurde von der offiziellen Filmförderung gar nicht oder nur reduziert gefördert.

Ein ganz besonderer Film

Nun liegt aber mit «Das Deckelbad» ein ganz besonderer Film vor, mit einer einheimischen Geschichte, einer unrühmlichen, tragischen Begebenheit, die nicht vergessen werden darf. Somit ist dieser Film ein Muss. Die ersten Echos (der Vorpremiere) waren schon hervorragend.

Kuno Bont und weitere Beteiligte aus dem Werdenberg sind nun an den Vorführungen im Kiwi Treff Werdenberg am Freitag, 28. November, (17.30 Uhr) sowie am Sonntag, 30. November, (17 Uhr) anwesend, beantworten Fragen und erzählen im Anschluss, was sie zum Film zu sagen haben. In den Hauptrollen des «Deckelbades» sind die Werdenberger Schauspielerin Simona Specker, der Bündner Gian Rupf und der Ausserrhoder Schauspieler Hans-Peter Ulli zu sehen.

Aus dem Werdenberg wirken in weitern Rollen zudem Elena Colaianni (Sax) und Margrit Knecht (Buchs) mit. Ebenso Robin Egloff, Claudia Ehrenzeller, Werner Hungerbühler, Alois Ruch und Patrick Keller. Der Film bietet auch einigen Jungschauspielern und Talenten aus der Region eine Chance, sich in der Filmszene zu etablieren.

Serviertochter aus Vorarlberg

Die Serviertochter Katharina Walser (Simona Specker) kommt in den 1930er-Jahren voller Hoffnung in die Schweiz, um hier das Glück zu finden. Obwohl sie sich bald in den rauhen Tres Tannbühler verliebt, nimmt die Geschichte nur noch einen tragischen Verlauf. Und als bei Waldarbeiten gar noch Katharinas Sohn ums Leben kommt, treiben Misstrauen und Schuldzuweisungen einen Keil zwischen das Paar. Dann kommt auch noch die behördliche Weisung, Katharina in die Psychiatrie einzuweisen. Das alles ist mit starken, eindringlichen Bildern eingefangen. Dieser abendfüllende Spielfilm über das Schicksal einer in diesem Sinne armen Frau macht mehr als nur nachdenklich.

«Das Deckelbad – die Geschichte der Katharina Walser» ist im Kiwi Treff Werdenberg ab Donnerstag täglich um 20 Uhr sowie am Freitag um 17.30 und 22.30 Uhr zu sehen. Zusätzlich läuft er auch im Programm des besonderen Films, nämlich am Samstag, 29., und Sonntag, 30. November, (17 Uhr) und am Mittwoch, 3. Dezember, (20 Uhr.)

Ausschnitt aus der Szene, bei der Katharina Walser (Simona Specker) die Kinder weggenommen werden. (Bilder: pd)

Ausschnitt aus der Szene, bei der Katharina Walser (Simona Specker) die Kinder weggenommen werden. (Bilder: pd)