Die Zecken lauern überall

Im Jahr werden rund 20 000 Menschen in der Schweiz von Zecken gebissen. Beachtet man einige Regeln, kann das Risiko eines Zeckenbisses reduziert werden.

Michel Burtscher
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Zecken halten sich gern in hohem Gras oder im Unterholz auf. (Bild: Nana do Carmo)

Zecken halten sich gern in hohem Gras oder im Unterholz auf. (Bild: Nana do Carmo)

Die Tage werden wärmer, die Menschen zieht es wieder nach draussen in den Wald und auf die Wiese – und schon wurden beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) die ersten Zeckenbisse gemeldet. Doch was ist eine Zecke überhaupt, wie gefährlich ist das Tier und wie kann man sich schützen?

Was ist eine Zecke?

Zecken gehören zu den Milben, einer Unterklasse der Spinnentiere. Sie ernähren sich vom Blut von Säugetieren, Vögeln und Reptilien. Weltweit gibt es etwa 850 verschiedene Zeckenarten, in der Schweiz sind es gemäss BAG deren 20. Am weitesten verbreitet ist hierzulande der Ixodes ricinus, der Gemeine Holzbock. Während Zecken vor einigen Jahren nur bis zu einer Höhe von 900 Metern über Meer vorkamen, sind sie heute bis auf eine Höhe von 1500 Metern über Meer zu finden.

Was sind Folgen eines Bisses?

Nicht jede Zecke trägt einen Krankheitserreger in sich, nicht jeder Biss ist also gefährlich. In der Schweiz sind hauptsächlich zwei Erreger verbreitet: Einerseits das Bakterium Borrelia burgdorferi, das Lyme-Borreliose verursacht. Die Erkrankung führt zu Hautrötungen und grippeartigen Symptomen. Wird sie nicht rechtzeitig behandelt, kann sie zu bleibenden Organschäden führen. Andererseits gibt es das FSME-Virus (Frühsommer-Meningoenzephalitis), das in einer ersten Phase ebenfalls zu grippeartigen Beschwerden führen kann. In wenigen Fällen kommt es zu einer Gehirnhautentzündung. Im Jahr 2014 gingen gemäss Zahlen des BAG schätzungsweise 20 000 Menschen wegen Zeckenbissen zum Arzt, bei etwa 9000 von ihnen wurde Lyme-Borreliose diagnostiziert. Genauere Zahlen gibt es für die FSME-Fälle, die jedoch seltener sind: Im Jahr 2014 wurden in den Kantonen St. Gallen, Thurgau, Appenzell Innerrhoden und Ausserrhoden 20 FSME-Fälle gemeldet, 2013 waren es 42 gewesen. Männer sind davon überdurchschnittlich betroffen.

Das BAG empfiehlt, bei Spaziergängen lange Hosen und geschlossene Schuhe anzuziehen. Während des Spaziergangs soll man die Kleidung und unbedeckte Körperteile kontrollieren. Einen weiteren Tip nennt Mona Neidhart vom BAG: «Wenn man helle Kleider anzieht, sieht man die Tiere besser.» Die Gefahr eines Bisses könne zudem verringert werden, wenn man hohes Gras meide. Nach einem Aufenthalt in einem Risikogebiet sollte der Körper sorgfältig abgesucht werden. «Die Zecken verstecken sich gerne an Orten, an denen es feucht ist. Beispielsweise unter den Achseln oder in den Kniekehlen», sagt Neidhart.

Was tun nach einem Biss?

Entdeckt man nach dem Spaziergang eine Zecke, soll man sie vorsichtig entfernen. «Mit einer Pinzette das Tier möglichst nahe an der Haut packen und herausziehen», erklärt Neidhart. «Nie sollten Flüssigkeiten auf die Stelle aufgetragen werden.» Ein Arztbesuch sei nicht nach jedem Zeckenbiss nötig. «Wird man gestochen, sollte man sich den Ort des Stiches und das Datum notieren.» Erst wenn Krankheitssymptome aufträten, müsse man einen Arzt kontaktieren.