Die Zahl der Einbürgerungen ist im Kanton seit 2010 rückläufig

REGION. Im Jahr 2013 wurden im Kanton St. Gallen 1460 Personen eingebürgert. Das sind weit weniger als beispielsweise in den Jahren 2010 (2513 Einbürgerungen) oder 2007 (2593 Einbürgerungen). Aber es sind viel mehr als noch vor rund zwei Jahrzehnten. Damals lag der Wert zwischen 580 und 750.

Heini Schwendener
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REGION. Im Jahr 2013 wurden im Kanton St. Gallen 1460 Personen eingebürgert. Das sind weit weniger als beispielsweise in den Jahren 2010 (2513 Einbürgerungen) oder 2007 (2593 Einbürgerungen). Aber es sind viel mehr als noch vor rund zwei Jahrzehnten. Damals lag der Wert zwischen 580 und 750. Das Jahr 1990 bildete die 427 Einbürgerungen den Tiefpunkt in der Zeitspanne von 1981 bis 2013.

«Als Einbürgerung gilt der Erwerb des Schweizer Bürgerrechts durch eine Person, welche dieses Bürgerrecht noch nicht oder nicht mehr besitzt», schreibt die Fachstelle für Statistik des Kantons St. Gallen, in den Erklärungen zu den Zahlen, welche sie kürzlich präsentierte.

Einbürgerungsziffer schwankt

Ermittelt wurde in dieser Zusammenstellung auch die sogenannt rohe Einbürgerungsziffer. Diese gibt den Anteil der pro Jahr eingebürgerten Personen an der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung wieder. Die rohe Einbürgerungsziffer hat in den 1980er-Jahren fast kontinuierlich von 1,5 auf 0,7 Prozent abgenommen. Zwischen 1990 und 2007 hat die Zahl der Einbürgerungen stark zugenommen und die rohe Einbürgerungsziffer ist damit bis auf 2,7 Prozent angestiegen.

Doppelbürgerschaften

Die Zunahme der Einbürgerungen in diesem Zeitraum sei auch auf die Revision des Bürgerrechtsgesetzes von 1992 zurückzuführen, heisst es in der Erklärung der Fachstelle für Statistik. Nach dieser Revision waren beispielsweise Doppelbürgerschaften neu uneingeschränkt zugelassen. Seit 2007 ist ein erneuter Rückgang der rohen Einbürgerungsziffer festzustellen, 2013 betrug sie 1,3 Prozent und lag somit noch unter dem Wert von 1981 (1,5 Prozent). 1981 wurden 746 Einbürgerungen im Kanton registriert, 2013 aber 1460.

Höherer Ausländeranteil

Warum also der tiefere Wert bei der rohen Einbürgerungsziffer für das Jahr 2013? «Die Zahl der Einbürgerungen hat sich zwar seit 1981 verdoppelt, gleichzeitig ist aber auch die Zahl der ausländischen ständigen Wohnbevölkerung angestiegen», schreibt die Fachstelle für Statistik (vgl. auch Tabelle). Genau diese Zahl hat sich in den vergangenen Jahrzehnten im Kanton St. Gallen stark verändert. 1990 betrug der Ausländeranteil an der ständigen Wohnbevölkerung des Kantons 15,4 Prozent – im Wahlkreis Werdenberg lag er mit 12,6 Prozent unter dem kantonalen Durchschnitt. Und im (heutigen) Wahlkreis Toggenburg war der Ausländeranteil im Jahr 1990 mit 12,8 Prozent sogar noch etwas höher als jener im Werdenberg.

In der Folge ist der Ausländeranteil an der ständigen Wohnbevölkerung des Kantons auf 19,5 Prozent (im Jahr 2000), 21,8 Prozent (2010) und 22,9 Prozent (2013) angestiegen.

Über dem kantonalen Wert

Der Anteil der Ausländerinnen und Ausländer an der ständigen Wohnbevölkerung im Wahlkreis Werdenberg hat die kantonalen Werte inzwischen überholt. Im Jahr 2013 hatten 10 570 der insgesamt 37 072 Einwohnerinnen und Einwohner der Werdenberger Gemeinden kein Schweizer Bürgerrecht, das entsprach einem Ausländeranteil von 28,5 Prozent. In Buchs war der Ausländeranteil am höchsten, er betrug im Jahr 2013 35,3 Prozent – und im Wahlkreis Toggenburg 16,1 Prozent.

Buchs bürgert am meisten ein

In der Region Werdenberg schwankte im besagten Zeitraum die Zahl der Einbürgerungen stark. 1990 wurden in der Region Werdenberg 35 Personen eingebürgert, im Jahr 200 dann 50, im Jahr 2010 waren es 170 und 2013 mit 135 wieder etwas weniger. Am meisten Einbürgerungen gab es im erwähnten Zeitraum jeweils in der Gemeinde Buchs, im Jahr 2000 waren es 24 aller 50 Einbürgerungen im Kreis Werdenberg. Viel weniger Einbürgerungen gab es im Kreis Toggenburg, in den Jahren 2000 und 2010 nur 14 beziehungsweise 17.

«Die Zahl der Einbürgerungen in einer Gemeinde ist abhängig von der Zahl an einbürgerungsfähigen und -willigen Ausländern und Ausländerinnen sowie von der Einbürgerungspraxis der Gemeinde», schreibt die Fachstelle für Statistik.