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Die Wurzeln im Osten

Zum Sonntag
Pfarrer Erich Guntli, Buchs

Es ist noch nicht Fasnacht, wenn an diesem Samstag und Sonntag Kinder in bunter Verkleidung und mit einem grossen Stern in den Dörfern unterwegs sind. Sie erinnern an die drei Weisen, die nach Bethlehem kamen, um das neugeborene Kind in Bethlehem anzubeten. So erzählt es der Evangelist Matthäus.

Die biblischen Geschichten sind weitgehend aus dem Gedächtnis entschwunden. Erhalten geblieben sind die Dreikönigskuchen, die in den Bäckereien angeboten werden. Wer das Kuchenstück mit der Königsfigur bekommt, darf sich für einen Tag die goldene Krone aufsetzen. Der Dreikönigstag am 6. Januar trägt den etwas umständlichen Namen: ‚Erscheinung des Herrn‘, oder, lateinisch ‚Epiphanie‘.

Die reformierten Kirchen zählen die Sonntage bis zur Fastenzeit als Sonntage nach Epiphanie. Die römische Kirche gab nach dem Konzil diese Zählung leider auf. Epiphanie ist der Durchbruch des einen Gottes in die ganze Welt hinaus. Gott zeigte sich nicht allein seinem auserwählten Volk. Durch die Geburt, das Leben, Sterben und Auferstehen Jesu ist der Glaube des Volkes Israel der ganzen Welt zugänglich geworden.

Es gibt Menschen, die meinen, sie müssten das christliche Abendland verteidigen. Sie wehren sich gegen alle und alles, was aus dem Osten kommt. Vergessen wird, dass der christliche Glaube seine Wurzeln in diesem Osten hat. Das Abendland wäre nicht, was es ist, ohne die christliche Religion, die aus dem Orient kam.

Es geht wohl kaum um die Verteidigung des Christentums im Abendland, sondern um den Erhalt der ökonomischen Vorrangstellung. Der christliche Glaube erleidet im Westen massive Lähmungserscheinungen, ist flügellahm geworden. Gläubige, die den Glauben bezeugen, gar am Leben der Kirchen teilnehmen, werden hierzulande zwar nicht verfolgt, umso mehr belächelt und in die Ecke der Unaufgeklärten gestellt.

Ungeachtet dessen machen sich die Sternsinger in orientalisch angehauchten Kleidern auf den Weg. Vielleicht braucht es dazu bald einmal eine Sonderbewilligung, da sie einen Schleier tragen. Sie folgen dem Stern, segnen die Häuser und ihre Bewohner. C+M+B schreiben sie auf die Türen, die Abkürzung für den Segensspruch: «Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus.» Sie sammeln dabei Geld für Kinder für Kinder in Indien. Denn dank den Weisen aus dem Osten wurde der Glaube Jesu auch den Menschen im Westen zugänglich. Das feiern die Kirchen an Epiphanie – Erscheinung des Herrn.

Pfarrer Erich Guntli, Buchs

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