Die Wanderfische haben es äusserst schwer

OBERRIET. Am Freitagabend luden die Arbeitsgemeinschaft «Pro Fisch Alpenrhein» und die Umweltplattform «Lebendiger Alpenrhein» zum Themenabend «Wanderfische in Nöten» ein. Unter den Zuhörern waren insbesondere Vertreter der Fischereiverbände, der Umweltverbände und Behördenmitglieder.

Max Pflüger
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Nationalrätin Claudia Friedl begrüsste die Zuhörer. Sitzend: Pascal Vonlanthen, Referent (links), und Walter Benz, Arbeitsgemeinschaft Pro Fisch Alpenrhein. (Bild: Max Pflüger)

Nationalrätin Claudia Friedl begrüsste die Zuhörer. Sitzend: Pascal Vonlanthen, Referent (links), und Walter Benz, Arbeitsgemeinschaft Pro Fisch Alpenrhein. (Bild: Max Pflüger)

OBERRIET. Am Freitagabend luden die Arbeitsgemeinschaft «Pro Fisch Alpenrhein» und die Umweltplattform «Lebendiger Alpenrhein» zum Themenabend «Wanderfische in Nöten» ein. Unter den Zuhörern waren insbesondere Vertreter der Fischereiverbände, der Umweltverbände und Behördenmitglieder. Sie kamen aus dem ganzen Rheintal, der Schweiz, Österreich und dem Fürstentum Liechtenstein.

Begrüsst wurden die Teilnehmer von Nationalrätin Claudia Friedel, SP St. Gallen, und von Walter Benz, Koordinationsvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft «Pro Fisch Alpenrhein». Als Referenten gestalteten Martin Huber vom Bafu, Sektion Lebensraum Gewässer, und Pascal Vonlanthen von der Eawag, Abteilung Fisch-Ökologie und Evolution, den Abend.

In Nöten: Zum Beispiel die Nase

Wanderfische haben es schwer. Ihre Laichwanderungen und die Wanderungen der Jungfische werden von zahlreichen Hindernissen unterbunden, wichtige Lebensräume finden sie immer häufiger kaum noch. Martin Huber zeigte diese Problematik anhand der Nase auf. Eine der Massnahmen zur Arterhaltung von Fischen ist das Einsetzen von Jungfischen.

Pascal Vonlanthen zeigte auf, dass beim Besatz mit aus anderen Regionen beschaffter Fischbrut Vorsicht geboten ist. Das genetische Material der gleichen Fischart kann in verschiedenen Regionen recht unterschiedlich sein.

Lebensräume vernetzen

Die Lebensraum-Zerstückelung und vor allem die Monotonisierung durch Kanalisierung und Verbauung der Fliessgewässer zerstören auch den Lebensraum der «Mittelstreckenwanderer» wie der Nase: Zum Laichen benötigen sie flache, lockere Kiesbänke, die vom strömenden Wasser gut bedeckt sind. Fehlen solche Biotope oder sind sie zu wenig vernetzt, so wird der Fortpflanzungszyklus dieser Fische behindert oder gar unterbrochen.

Monotonie, Stauungen und Verlust des Fliesscharakters, fehlende Vernetzung, stark schwankende Pegelstände, Schwall und Sunk nach Staustufen, das sind Gründe für den Rückgang der Artenvielfalt der Fischwelt in unseren Gewässern. Martin Huber gab einen Überblick über die Massnahmen zur Sicherung der Lebensraum- und Wasserqualität und die spezifischen Schutzmassnahmen, Fangverbote, den Besatz und die Schutzkonzepte und die zur Umsetzung festgeschriebenen Termine. Wie beim Besatz mit Jungfischen genetische Zusammenhänge zu berücksichtigen sind, erläuterte Pascal Vonlanthen.