«Die Vernunft hat gesiegt»

Die Einigung im Tarifstreit der Toggenburg Bergbahnen und der Bergbahnen Wildhaus hat Erleichterung hervorgerufen. Dennoch zeigt die Umfrage: Der Optimismus bleibt verhalten.

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WILDHAUS/UNTERWASSER. Im Frühjahr ein erster Knall: Die Toggenburg Bergbahnen AG verzichtete für die Wandersaison auf ein gemeinsames Ticket mit der Bergbahnen Wildhaus AG. Im Spätsommer dann das zweite Poltern: Auch für die Wintersaison 2015/16 sollte es keine gemeinsame Wintertageskarte für die verbundenen Skigebiete von Wildhaus und Unterwasser-Chäserrugg geben. Streitpunkt war der Verteilschlüssel für die Einnahmen aus dem Tarifverbund. Die Toggenburg Bergbahnen hatten nach Millionen-Investitionen in ein neues Gipfelgebäude auf dem Chäserrugg und in eine neue Gondelbahn einen deutlich grösseren Teil der Einnahmen gefordert. Am Freitag aber kam die Entwarnung: Die beiden Streitparteien einigten sich, die Tageskarte bleibt im Angebot, wenngleich sie etwas teurer wird (59 Franken unter der Woche, 62 am Wochenende).

Heikle Angelegenheit

Hoteliers, Touristiker und Politiker aus der Region sind über die Einigung sehr erleichtert. Für Karl Alpiger, Besitzer des gleichnamigen Sportgeschäfts, wäre es schlichtweg unbegreiflich gewesen, wenn es keine Einigung gegeben hätte. Die Preiserhöhung empfindet der Wildhauser als eine heikle Angelegenheit, obschon er sie verstehe.

Ebenfalls froh über die Einigung ist Martin Lusti, Präsident Schneesport Churfirsten Toggenburg. Wenn die Kinder des Wintersportclubs zwei Saisonkarten benötigt hätten, wären die Eltern damit kaum einverstanden gewesen. Lusti bemängelte, dass die Einigung lange gedauert habe.

Mirco Gerig, SVP-Kantonsrat und Assistent Wirtschaftsprüfung, Unterwasser, befürchtet sogar, dass die Einigung für das Weihnachts- und Neujahrsgeschäft reichlich spät kommt.

Grosses Unverständnis

SP-Kantonsrat Christoph Thurnherr sagt, dass das Unverständnis in der Bevölkerung über den Streit der Bergbahnen gross gewesen ist. Zugleich ist er erleichtert, dass «die Vernunft gesiegt hat.»

Roland Stump von Stump's Alpenrose zeigt absolutes Verständnis für die beiden Bergbahnen. Von einem Tarifstreit zu reden, ist für Stump völlig verfehlt. (ag/bl/mkn) ? DIE DRITTE