Die Todesrate bei Herzinfarkt muss gesenkt werden

REGION. Der Kanton St. Gallen und mit ihm die Region Werdenberg-Sarganserland verzeichnen eine überdurchschnittlich hohe Sterberate bei Herzinfarkt. «Herzhaft gsund», will präventiv dagegen antreten.

Heidy Beyeler
Drucken
Teilen
Bei Herzinfarkt zählt jede Minute – im Werdenberg und Sarganserland ist der Herzinfarkt eine überdurchschnittlich hohe Todesursache. (Bild: Heidy Beyeler)

Bei Herzinfarkt zählt jede Minute – im Werdenberg und Sarganserland ist der Herzinfarkt eine überdurchschnittlich hohe Todesursache. (Bild: Heidy Beyeler)

REGION. Der Kanton St. Gallen und mit ihm die Region Werdenberg-Sarganserland verzeichnen eine überdurchschnittlich hohe Sterberate bei Herzinfarkt. «Herzhaft gsund», will präventiv dagegen antreten. Anlässlich der jährlich stattfindenden Orientierungsversammlung für die Gesundheitsbeauftragten der Gemeinden Werdenberg und Sarganserland von «Herzhaft gsund» standen Rückblick 2015 und Ausblick auf dem Programm, und im Hinblick auf das bevorstehende Jahr berichtete Urs Keller, Facharzt für Allgemeinmedizin, Sargans, über die hohe Sterblichkeitsrate bei Herzinfarkt in den Regionen Werdenberg und Sarganserland.

Cholesterin als Grund?

Mit den Präventionskampagnen von «Herzhaft gsund» sei es beispielsweise gelungen, die Anzahl Todesfälle bei Brust- und Dickdarmkrebs in den Regionen Sarganserland und Werdenberg spürbar zu senken. «In diesem Bereich sind wir nicht mehr signifikant schlechter als der Durchschnitt der Schweizer Bevölkerung», sagte Urs Keller.

«Hingegen zeigt die Statistik, dass die Todesrate bei Herzleiden in den Regionen Werdenberg und Sarganserland überdurchschnittlich hoch ist.» Diesbezüglich hat unsere Region einen deutlichen Nachholbedarf. Allerdings habe man festgestellt, dass die Genetik durch die Familienkonstellation eine Rolle spielen könnte, beispielsweise beim Abbau des Cholesterins. Schlechte Cholesterinwerte sind häufig Hauptfaktor bei Herzinfarkten. Das wäre eine Erklärung für die Tatsache, dass in anderen Regionen deutlich weniger Leute an einem Herzinfarkt sterben als im Werdenberg oder im Sarganserland, obwohl sich die Lebensumstände und die medizinische Versorgung dort nicht von denjenigen in unseren Regionen unterscheiden.

Gute Voraussetzungen schaffen

Da die Genetik, sprich unsere Herkunft beziehungsweise Abstammung von Mutter und Vater nicht verändert werden kann, bleibt es dabei, die Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Krankheiten, die bestens bekannt sind, günstig zu beeinflussen. Dafür müssen sie rechtzeitig erkannt und behandelt werden mit dem Ziel, dass möglichst keine Herzinfarkte stattfinden. Falls trotzdem ein solches Ereignis eintritt, soll die Behandlung rasch und korrekt einsetzen.

Jede Minute zählt

Der Präsident des Ärztevereins Werdenberg-Sargans, Thomas Warzinek, regt an, im Rahmen von «Herzhaft gsund» in den kommenden Jahren die Präventionskampagne auf das Thema Herzinfarkt zu fokussieren. Dabei gelte es auch, die Zahl von Defibrillatoren deutlich zu erhöhen und Leute vermehrt für die Erste Hilfe zu schulen. «Bei einem allfälligen Herzinfarkt zählt jede Minute», sagt Warzinek. Unabhängig von einem Defibrillator muss sofort manuell reanimiert werden.

Im kommenden Jahr sollen weitere Veranstaltungen und Vortragsabende «Retten mit Herz» stattfinden. Ferner ist 2016 eine gemeinsame Gesundheitsveranstaltung der Gemeinden Vilters-Wangs, Mels und Sargans geplant. Pizol Care und «Herzhaft gsund» werden an der Siga am 30. April dieses Jahres wiederum zusammen einen Gesundheitstag veranstalten.

Neu werden die Standorte der Defibrillatoren aller Gemeinden mit einem Link unter www. herzhaftgsund.ch abrufbar sein.

Aktuelle Nachrichten