Die süssen Früchtchen gedeihen

Die Ernte der Schweizer Strauchbeeren ist in vollem Gang. Die Temperaturschwankungen der vergangenen Monate und die Unwetter haben das Beerenwachstum nicht gemindert. Erwartet werden normale bis gute Erträge.

Alessia Pagani
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Ab Ende Juli haben die Strauchbeeren, wie hier die Heidelbeeren, Hochsaison. (Bild: Hanspeter Schiess)

Ab Ende Juli haben die Strauchbeeren, wie hier die Heidelbeeren, Hochsaison. (Bild: Hanspeter Schiess)

25 Tonnen Himbeeren sind vergangene Woche in der ganzen Schweiz von Produzenten abgeliefert worden. Davon fünf Tonnen Thurgauer Beeren und 1,5 Tonnen aus St. Galler Gefilden. So sieht das derzeit täglich aus. Und es kommt noch besser: «Die Himbeeren haben ihre Spitze Ende Juli, Anfang August. Wir gehen jetzt Richtung Ernte-Höhepunkt», sagt Rolf Künzler vom Landwirtschaftlichen Zentrum St. Gallen.

Genauso die Lage bei den Brombeeren und Johannisbeeren. Auch sie haben ihre Erntespitze Ende Juli, Anfang August. Die Heidelbeere hingegen ein bis zwei Wochen später. Im Oktober läuft die Strauchbeerensaison dann langsam aus.

Gutes Wachstum

Die Beerenbauer können sich freuen: Laut Künzler haben die hohen Temperaturen zu einem «gewaltig guten Wachstum» bei den Strauchbeeren beigetragen. Und wer durch die Nachbarschaft spaziert und sich mit Hobbygärtnern unterhält, merkt schnell, wie verzückt auch sie von den vielen Beeren sind.

Künzler rechnet mit normalen bis guten Erträgen, analog zum vergangenen Jahr. Damals sprachen einige Ostschweizer Produzenten sogar von ausgezeichneten Ernten. «Der diesjährige April war in Bezug auf die Temperaturen nicht schlecht. Der Mai hingegen doch sehr regnerisch», sagt Künzler. Eine Prognose wagt er nicht, man müsse zuerst das Ernteende abwarten. «Man weiss nie, wie das Wetter spielt und ob es uns nicht doch noch einen Strich durch die Rechnung macht», sagt Künzler und spricht auf die Unwetter von Anfang Woche an.

Jimmy Mariéthoz, Fachberater Beerenanbau des Bildungszentrums Arenenberg, gibt diesbezüglich zu bedenken, dass in der Ostschweiz die Beerenkulturen sehr unterschiedlich gedeihen, weil das Wetter lokal sehr verschieden sein kann. Zudem sei jede Saison wieder anders, ergänzt Künzler. Die Beerenbauern wissen sich aber zu helfen. Viele hätten während der Blüte- und Haupterntezeit einen Witterungsschutz über die Sträucher gespannt, sagt er. Dies nicht nur, um die Beeren vor Niederschlag und drohender Fäulnis zu schützen. Auch könne durch diese Massnahme die Saison verlängert werden.

Erdbeerspitze vorbei

Während die Saison der Strauchbeeren in vollem Gange ist, ist die Ernte der Freilanderdbeeren schon fast zu Ende. Diese findet normalerweise Anfang Juni ihren Höhepunkt. Dann werden 250 Tonnen täglich abgeliefert. «Nach dem Höhepunkt fällt der Ertrag rasant ab», so Künzler. Momentan werden ungefähr 50 Tonnen Erdbeeren täglich abgegeben.

Andreas Andermatt aus Steinach, einer der wenigen Biobauern (nur sieben bis acht Prozent der Beeren werden nach seinen Aussagen biologisch angebaut), spricht von einer guten Erdbeerenernte. Die roten Früchtchen waren zwar ein wenig später reif und hätten weniger Ertrag gebracht als im Vorjahr, dieses sei aber auch ein Rekordjahr gewesen. Andermatt hat alle seine Erdbeeren abgedeckt. «Gott sei Dank», wie er sagt. Sorgen bereiten ihm zudem die Hitze: «Beeren sind bei über 30 Grad im Stress und verlieren Feuchtigkeit. Extreme Sonneneinstrahlung schadet ihnen zusätzlich. Zum Glück waren wir mit der Erdbeerernte fertig, bevor die Hitzeperiode kam.»

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