Die St. Galler Beerenpflanzer feiern ein Jubiläum

Katharina Rutz
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Hoher Kasten Das 50-jährige Bestehen feierte die Vereinigung St. Gallischer Beerenpflanzer auf dem Hohen Kasten. Sowohl der Blick auf die aktuellen Herausforderungen der Beerenpflanzer wie Preiskampf und Pestizideinsatz sowie ein launiger Rückblick waren Teil der Jubiläumsfeier.

«Unsere Beeren sind auch nach 50 Jahren noch im Trend», stellt Rico Kuster, Präsident der Vereinigung St. Gallischer Beerenpflanzer zur Begrüssung der Jubiläums-Hauptversammlung am Samstag fest. «Regional, frisch und mit wenig Kalorien.» Doch die Herausforderungen der heutigen Zeit seien auch für die Beerenpflanzer vielfältig. Während in Europa laufend Zölle abgebaut würden, geschehe in den USA unter Präsident Trump das Gegenteil. Ausserdem steige auch der Druck auf die Landwirtschaft bezüglich der Pflanzenschutzmittel massiv. Als aktuelles Beispiel nannte er die «Trinkwasser-Initiative. Gegen sauberes Trinkwasser kann niemand sein», so Kuster. «Doch wenn diese Initiative so angenommen würde, wird unsere landwirtschaftliche Produktion um 50 Prozent sinken», ist er überzeugt.

Ertragseinbruch wegen Frost schlägt zu Buche

«Im Kanton St. Gallen betrug der Minderertrag an Erdbeeren im Jahr 2017 verglichen mit dem Vorjahr 24 Prozent», informierte Rolf Künzler von der Fachstelle Gemüsebau und Beeren des Landwirtschaftlichen Zentrums St. Gallen. In der gesamten Schweiz betrug der Minderertrag mit 20 Prozent etwas weniger. Insgesamt wurden im letzten Jahr im Kanton St. Gallen rund 532 Tonnen Erdbeeren geerntet. Im Vorjahr waren es rund 700 Tonnen. Grund dafür war der Frost vom letzten April.

Rolf Künzler zeigte ausserdem die Entwicklung des Erdbeerenanbaus seit 1991 auf. Im Kanton St. Gallen wurden im Jahr 1991 20,4 Hektaren Beeren angebaut, dieses Jahr sind es 32. In der gesamten Schweiz werden dieses Jahr rund 511 Hektaren Erdbeeren angepflanzt. «Bemerkenswert dabei ist, dass die Produzentenpreise in dieser Zeit ebenfalls gestiegen sind», so Künzler. Dies sei bei kaum einem anderen landwirtschaftlichen Produkt der Fall. So erhielten die Beerenpflanzer 1991 durchschnittlich 5.40 Franken pro Kilo Erdbeeren. Im Jahr 2017 waren dies 6.80 Franken. Dies bestätige die von den Beerenpflanzern verfolgte Strategie, dass die Menge der Nachfrage angepasst werden muss.

Allerlei Beeren auf gegen 50 Hektaren

Rund die Hälfte der bebauten Fläche sind Erdbeeren. Auf weiteren rund 31 Hektaren werden Himbeeren, Heidelbeeren, Johannisbeeren, Brombeeren, Stachelbeeren und Cassis angebaut. Wobei mit rund 16 Hektaren die Heidelbeeren den grössten Anteil ausmachen. Die Rechnung 2017 schloss ausgeglichen mit einem Ertragsüberschuss von rund 170 Franken bei einem Umsatz von rund 117000 Franken. Drei Austritte hatte Präsident Rico Kuster zu verkünden. Zwei Landwirte geben den Anbau von Beeren auf und einer pflanzt nur noch für eigenen Direktverkauf an.

Katharina Rutz

katharina.rutz@wundo.ch