Die Spitalseelsorge ist neu geregelt

Über 20 Seelsorger arbeiten an St. Galler Spitälern. Seit gestern legt eine neue Vereinbarung die Zusammenarbeit zwischen Kirchen und Spitalregionen fest. In die Neuregelung eingeschlossen ist auch das Spital in Grabs.

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GRABS/ST. GALLEN. Rund um die Uhr sind die Spitalseelsorger im Kanton für die Patienten da. Etwa dann, wenn jemand im Sterben liegt. Oder wenn jemand wegen einer bevorstehenden Operation nicht schlafen kann. Auch für die Angehörigen haben die Seelsorger immer ein offenes Ohr. Diese Woche haben die Verantwortlichen in der bischöflichen Kanzlei eine Vereinbarung unterschrieben, welche die Zusammenarbeit der Spitalseelsorge zwischen den vier kantonalen Spitalverbunden (somit auch für das Spital Grabs), dem Bistum St. Gallen, dem Katholischen Konfessionsteil sowie der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons neu regelt. Darin ist festgehalten, dass die Seelsorge ökumenisch organisiert ist. Sie kann auch von Personen genutzt werden, die einer anderen Religion oder keiner Religion angehören.

«Zeitgemäss ökumenisch»

«Es freut mich, dass dieser Akt in die feierliche Zeit des Advents fällt», sagte Bischof Markus Büchel. Es sei ein grosser Verdienst, dass mit der Vereinbarung nach langer Vorarbeit und Verhandlungen nun neue Strukturen für die Spitalseelsorge geschaffen worden seien.

Martin Schmidt, Kirchenratspräsident der Evangelisch-reformierten Kantonalkirche aus Haag, betonte, dass vor allem die ökumenische Zusammenarbeit zeitgemäss sei. Dass diese im Spital ausgezeichnet funktioniere, zeige sich etwa darin, dass die katholischen und evangelisch-reformierten Seelsorger im Spital nicht unterteilt in Konfessionen, sondern auf verschiedenen Stockwerken oder Abteilungen arbeiten würden. «Natürlich besteht für die Patienten jederzeit die Möglichkeit, nach einem bestimmten Seelsorger zu verlangen. Etwa wenn sie ein konfessionelles Anliegen haben», sagte er.

Stärker zum Team gehören

Mit der neuen Regelung wird nicht nur die Zusammenarbeit der beiden Kirchen vereinheitlicht. Sondern auch jene zwischen den beiden Kantonalkirchen und den Spitälern, die sich bislang je nach Region unterschieden hat. Dies gilt einerseits für die Rahmenbedingungen der Seelsorgerinnen und Seelsorger an den Spitälern. So sollen sie fortan als Teil des Teams des jeweiligen Spitals wahrgenommen werden.

Andererseits werden neu Entschädigungs- und Abrechnungsfragen vereinheitlicht. Angestellt werden die Seelsorger wie bisher von den Kantonalkirchen. Auf katholischer Seite erfolgt die Abrechnung neu zentral über die Verwaltung des katholischen Konfessionsteils und nicht mehr über die einzelnen Kirchgemeinden.

Pensen aufgestockt

Gesundheitsdirektorin Heidi Hanselmann betonte, dass die Seelsorge im Spital einen festen Platz habe. Daniel Germann, Direktor des Kantonsspitals St. Gallen, sagte, dass Spitalseelsorge zu einer ganzheitlichen Betreuung selbstverständlich dazugehöre. Die neue Vereinbarung hat denn auch eine Erhöhung der Pensen zur Folge. Neu werden in den vier Spitalregionen über 20 Spitalseelsorgerinnen und -seelsorger mit insgesamt 900 Stellenprozent tätig sein, statt wie bisher 840 Prozent. (nar)

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