Die Situation im Asylwesen hat sich leicht entspannt

ALT ST. JOHANN. Die zur Asylunterkunft umfunktionierte Zivilschutzanlage Weier wird Ende Monat wieder geschlossen. Ein Teil der Flüchtlinge wurde bereits auf diverse Gemeinden und die kantonalen Zentren verteilt. Die noch verbliebenen Personen werden spätestens am 31.

Armando Bianco
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ALT ST. JOHANN. Die zur Asylunterkunft umfunktionierte Zivilschutzanlage Weier wird Ende Monat wieder geschlossen. Ein Teil der Flüchtlinge wurde bereits auf diverse Gemeinden und die kantonalen Zentren verteilt. Die noch verbliebenen Personen werden spätestens am 31. Januar ebenfalls in einer neuen Bleibe untergekommen sein, wie Jürg Eberle, Leiter des kantonalen Amtes für Migration, auf Anfrage des W&O sagt.

Grosses Lob für den Zivilschutz

Die ersten Flüchtlinge sind am 29. September in die Anlage eingezogen, die Belegung näherte sich kontinuierlich der maximalen Auslastung von 80 Personen. Rückblickend ziehen die Verantwortlichen eine positive Bilanz. Jürg Eberle spricht von einem reibungslosen Betrieb der notfallmässig zur Asylunterkunft umfunktionierten Anlage im Obertoggenburg. Verantwortlich für den Alltag der Flüchtlinge war die Zivilschutzorganisation Neckertal. «Diese hat alles daran gesetzt, den Betrieb möglichst verträglich mit der unmittelbaren Umgebung zu machen. Das Ziel des Kantons ist in jedem Fall, dass für die jeweiligen Standortgemeinden auch ein Nutzen entsteht, etwa mit gemeinnützigen Einsätzen», betont Jürg Eberle weiter.

Eine positive Bilanz zieht auch Rolf Züllig, Gemeindepräsident von Wildhaus-Alt St. Johann. «Beschwerden gab es nur zu Beginn, und die haben sich auf die Informationspolitik beschränkt. Während des Betriebs ist mir aber keine einzige Reklamation zu Ohren gekommen, was für die Arbeit der verschiedenen Hilfskräfte, aber auch für das gute Benehmen der Asylsuchenden spricht.» Letztlich haben also die besonnenen Stimmen recht behalten, welche sich gegen anfängliche Polemik eingesetzt haben.

«Verstopfte Strukturen»

Eröffnet wurde die Anlage letzten September wegen einem Engpass, da die Zuteilungen von den Bundeszentren in der ersten Jahreshälfte 2014 sprunghaft angestiegen waren. Mittlerweile hat sich die Situation, wie prognostiziert, wieder entspannt. Laut Jürg Eberle ist die Auslastung der kantonalen Zentren im Dezember und Januar auf unter 90 Prozent gesunken. Weil die Verteilung der Asylbewerber auf die Gemeinden etwas zäh verläuft – Jürg Eberle spricht von «verstopften Strukturen» –, müssen einige Flüchtlinge wieder zurück in die kantonalen Zentren. Für Gemeinden ist es bekanntlich teils sehr schwierig, geeigneten Wohnraum für die zugeteilten Flüchtlinge zu finden.

Ideale Unterkunft Weier

Die Zivilschutzanlage Weier wird also wieder für ihren ursprünglichen Zweck bereitstehen. Die Verantwortlichen der Notunterkunft haben darin eine fast optimale Infrastruktur gefunden, bauliche Massnahmen mussten nicht getätigt werden, es gab lediglich einige kleine Optimierungen sowie eine zugemietete Duschanlage.