Die Sicherheit hat oberste Priorität

2015 soll eine neue Hängebrücke für Wanderer über den Lochbach gebaut werden. An der Finanzierung beteiligen sich Anstösser und Verkehrsverein, aber auch die Gemeinde Wartau im Sinne eines Treuhanddienstes.

Heini Schwendener
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Die Hängebrücke über den Lochbach, wie sie sich nach den Renovationsarbeiten im Jahr 1996 präsentierte. (Bild: pd)

Die Hängebrücke über den Lochbach, wie sie sich nach den Renovationsarbeiten im Jahr 1996 präsentierte. (Bild: pd)

WARTAU. Als in der vergangenen Woche die Zivilschutzorganisation Werdenberg Süd im Rahmen eines Einsatzes den Ankerkopf und die teilweise vergrabenen Tragseile der Hängebrücke aus dem Jahr 1968 freilegten, war klar: Die Schäden an den Tragseilen sind so gross, dass ein Abbruch unumgänglich wird. Die 20 Zivilschützer unter der Leitung von Andreas Kluser leisteten in der Folge ganze Arbeit. Am Freitag war die Brücke abgebaut und ein provisorischer Weg im steilen, unwegsamen Gelände angelegt, damit der Lochbach im Crestatobel während der Zeit ohne Hängebrücke doch überquert werden kann.

Grünes Licht für Neubau

Bei einer Baustellenbegehung am Freitag nahm Gemeindepräsident Beat Tinner einen Augenschein vor Ort und liess sich von Ingenieur Kurt Gabathuler und dem auf Hängebrücken und Ankertechnik spezialisierten Forstunternehmer Josef Gall aus erster Hand informieren. Weil die Sicherheit oberste Priorität hat, gab die Gemeinde grünes Licht für den Bau einer neuen Hängebrücke im kommenden Jahr.

«Dabei handelt es sich um einen reinen Treuhanddienst der Gemeinde», betonte Beat Tinner und versprach auch einen finanziellen Beitrag. Doch vorher müssen die Initianten des Projekts, mit Kobi Gabathuler an der Spitze der Gemeinde, alle notwendigen Pläne und Berechnungen vorlegen.

Kobi Gabathuler wurde seitens der Gemeinde auch angehalten, mit den St. Galler Wanderwegen Kontakt aufzunehmen mit dem Ziel, den Wanderweg vom hinteren Walserberg über den Lochbach zum Walserberg als Wanderweg von regionaler Bedeutung zu klassieren – heute ist es ein Wanderweg von lokaler Bedeutung. Dadurch könnte man auch auf Kantonsbeiträge für die Hängebrücke auf 1240 m ü. M. hoffen.

Die Besitzer von Berggütern im Umkreis der Hängebrücke und der Verkehrsverein haben einen Beitrag von 17 000 Franken zugesichert. Kobi Gabathuler hofft, dass sich die Ortsgemeinde Wartau ebenfalls beteiligt, indem sie unter anderem insbesondere das Schnittholz zur Verfügung stellt.

Zivilschutz ist eine Option

Interesse an einer neuen Brücke haben die Anstösser, die schon 1968 die Brücke initiiert und gebaut und 1996 renoviert haben. Zu ihnen gehört Kobi Gabathuler, der das Projekt koordiniert. Er gab 1996 auch den Anstoss zur Sanierung. Und er hat nun erneut massgeblich bewirkt, dass die Sicherheitsrisiken der inzwischen stark durchhängenden Brücke aufgedeckt und in der Konsequenz die Brücke abgebrochen wurde.

Die Hängebrücke hat für die Anstösser heute allerdings nicht mehr dieselbe Bedeutung wie vor Jahrzehnten, als ihre Berggüter noch gemäht und das Heu im Vorwinter dem Vieh verfüttert wurde. Hingegen ist die Brücke sehr beliebt bei Wanderern, Skitourenfahrern und Schneeschuhläufern auf ihrem Weg zur Gonzenleiter oder zum Skihaus Lanaberg. Darum beteiligt sich auch der Verkehrsverein an den Kosten für eine neue Brücke.

Mario Caluori, Kommandant der Zivilschutzorganisation Werdenberg Süd, stellte in Aussicht, dass ein Einsatz seiner Leute beim Neubau der Brücke sicher prüfenswert sei.

Der behelfsmässige Weg während der Zeit ohne Hängebrücke. (Bild: Heini Schwendener)

Der behelfsmässige Weg während der Zeit ohne Hängebrücke. (Bild: Heini Schwendener)