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«Die Schulführung kostet heute mehr»

Ein Vergleich der Vollkosten für die gesamte Schulführung zeige, dass diese heute teurer sei als vor der Einheitsgemeinde, sagt die vormalige Schulratspräsidentin.
Thomas Schwizer

Die Vergleiche der einzelnen Lohnkonti der Schulführung, welche der Gemeinderat Gams im W&O vom 18. Oktober veröffentlicht hat, erstaunen Ursula Dürr. Sie hat bis Ende 2012 als Gamser Schulratspräsidentin gewirkt. Mit der veröffentlichten Aufstellung werde der Eindruck erweckt, dass die Führung der Schule Gams in der letzten Amtsdauer der eigenständigen Schulgemeinde(2008–2012) mehr gekostet habe als heute mit der Einheitsgemeinde. Und das entspreche nicht den Tatsachen.

«Gesamtkostenvergleich zeigt ein anderes Bild»

«Nun, da vom Gemeinderat indirekt der vorherige Schulrat unter meinem Präsidium kritisiert worden ist, beziehe ich Stellung», sagt Ursula Dürr gegenüber dem W&O. Sie ist nicht einverstanden damit, dass der Gemeinderat nun einzelne Lohnkosten herauspicke, was ein falsches Bild erwecke. Wenn man schon vergleiche, dann müsse man das mit den Gesamtkosten für die Schulführung – Schulpräsidium, Schulrat, Kommissionen, Schulverwaltung und Schulleitung – tun.

Ursula Dürr vergleicht deshalb die Gesamtkosten für die Schulführung der Schulgemeinde in den Jahren 2010 und 2012 mit jenen in der Einheitsgemeinde im Jahr 2015 – basierend auf den für die Bürgerschaft offen zugänglichen Jahresrechnungen, die in den Amtsberichten enthalten sind. Demnach kostete die Schulführung 602 000 Franken im Jahr 2010 und 599 000 Franken im Jahr 2012, stellt Ursula Dürr fest. Im Jahr 2015 seien Gesamtkosten für die Schulführung in der Einheitsgemeinde Kosten von 647 000 Franken angefallen. Darin sind auch 25 000 Franken für beanspruchte Dienstleistungen (Strukturanalyse use.) enthalten, wie den Informationen zur Jahresrechnung zu entnehmen ist.

Bei der Gesamtbetrachtung zeigt der Vergleich laut Ursula Dürr eine Steigerung der Kosten für die heutige Schulführung um fast 50 000 Franken pro Jahr – und nicht eine Senkung. Hinzu komme, dass mit der Einheitsgemeinde gemäss Jahresrechnung Aufgaben und Kosten für Bereiche wie Finanzbuchhaltung, Liegenschaftsverwaltung (vorher 15-Prozent-Pensum eines Schulrates) und Schulgesundheit nicht mehr bei der Schulführung anfallen würden.

Strukturen und Aufgaben wurden angepasst

Die vom Gemeinderat dargestellten, verglichen mit 2010 höheren, Lohnkosten für die Schulleitung seien gewollt. Der damalige Schulrat habe 2011/2012 die Schulführungsstrukturen im Hinblick auf die Einheitsgemeinde überprüft und angepasst. Die Mehraufgaben und -kompetenzenregelung für die Schulleitung hätten in diesem Bereich zu Mehrkosten geführt.

Im Gegenzug habe der damalige Schulrat mit der Strukturanpassung Einsparungen bei den Pensen und damit Löhnen für Schulpräsidium, Schulrat, Kommissionen und Schulverwaltung vorgesehen, sagt Ursula Dürr. Konkret wurde auch das Pensum der Schulpräsidentin ab 2013 von vorher 55 auf neu rund 35 Stellenprozent reduziert – weil mit der Einheitsgemeinde verschiedene Aufgaben wegfielen. «Die Minderkosten für Schulpräsidium, Schulrat und Kommissionen waren also vom damaligen Schulrat klar so gewollt und hätten auch mich betroffen, wenn ich wieder- gewählt worden wäre», sagt Ursula Dürr.

Und sie fügt hinzu, im Unterschied zur heutigen Schulratspräsidentin Daniela Eberle habe sie selbst für ihre Arbeit als Schulratspräsidentin in der Einheitsgemeinde rund 15 000 Franken weniger Lohn budgetiert. «Gemäss Facebook-Eintrag von Daniela Eberle hat der Gemeinderat ihr Gehalt erstaunlicherweise innert zwei Jahren bei gleichem Pensum um 15 000 auf 65 000 Franken erhöht», stellt Dürr fest.

Die Nichtwiederwahl im Herbst 2012 habe sie übrigens als demokratischen Entscheid akzeptiert und auch verarbeitet, fügt sie heute bei.

Ursula Dürr hat von 2004 bis Ende 2012 als Präsidentin der damals noch selbständigen Schulgemeinde Gams gewirkt. Die Schulgemeinde wurde per 1. 1. 2013, also auf Beginn der aktuellen Amtsdauer, in die Politische Gemeinde inkorporiert. Seither ist die heutige Schulratspräsidentin Daniela Eberle-Gassner von Amtes wegen Mitglied im Gemeinderat.

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