Die Reise eines Flüchtlings ist in Buchs nicht zu Ende

REGION. Steigt ein Flüchtling in Buchs aus dem Zug, ist dies sein erster Kontakt mit der Schweiz. Die Grenzwacht kontrolliert am Buchser Bahnhof die Papiere der Einreisenden. Dabei werden zwei Unterscheidungen gemacht, sagt Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen.

Alexandra Gächter
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REGION. Steigt ein Flüchtling in Buchs aus dem Zug, ist dies sein erster Kontakt mit der Schweiz. Die Grenzwacht kontrolliert am Buchser Bahnhof die Papiere der Einreisenden. Dabei werden zwei Unterscheidungen gemacht, sagt Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen. «Es gibt Personen, die aus gutem Grund flüchten und bei denen ein Asylverfahren eröffnet wird. Und es gibt Personen, die sich dem Flüchtlingsstrom anhängen.»

Ein Beispiel: Eine Person aus Serbien oder dem Kosovo kommt im selben Zug ohne gültigen Ausweis oder ohne gültiges Visum in die Schweiz. «Die Wahrscheinlichkeit, dass Asylsuchende aus Serbien oder aus Kosovo als Flüchtlinge anerkannt werden, liegt zwischen 0 und 2 Prozent», sagt Martin Reichlin, Stellvertretender Leiter Information und Kommunikation des Staatssekretariates für Migration (SEM). Deshalb würden diese Personen in der Regel vom EVZ Altstätten nach Basel überwiesen. Dort werde das 48-Stunden-Verfahren eröffnet. Innert weniger Wochen wird danach über das Gesuch entschieden und die betreffende Person muss die Schweiz wieder verlassen.

Verfahrenszentren sind voll

«Personen, welche aus einer Krisenregion wie Eritrea oder Syrien kommen, haben hingegen eine grosse Chance, dass sie in der Schweiz Schutz erhalten», sagt Reichlin. Diese Personen werden vom Bahnhof Buchs nach Altstätten ins Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) gebracht. Da das EVZ in Altstätten und dasjenige in Kreuzlingen derzeit aber voll ist, wurden in verschiedenen Gemeinden Notunterkünfte in Zivilschutzanlagen eingerichtet (siehe Artikel rechts). «Das heisst also, dass die Flüchtlinge vom Bahnhof Buchs in die umliegenden Zivilschutzanlagen gefahren werden», so Polizeisprecher Hanspeter Krüsi. Wie lange sie dort bleiben, könne er nicht sagen. «Sobald in Altstätten Plätze frei werden, gelangen sie ins EVZ», sagt Krüsi. Dort wird das Asylverfahren eröffnet.

«Helfen uns gegenseitig»

«In Altstätten werden die Fingerabdrücke und die Identität aufgenommen. Die Asylsuchenden werden befragt, woher sie stammen und wie sie in die Schweiz gelangt sind», sagt Martin Reichlin vom Staatssekretariat für Migration. Im Durchschnitt bleibe ein Flüchtling rund drei bis vier Wochen im EVZ Altstätten. Danach werden vorab Personen, die Aussicht auf einen Schutz haben, einem Schweizer Kanton zugeteilt. Hat der Kanton St. Gallen ein Soll, so legt die Gemeindepräsidenten-Vereinigung fest, in welche Gemeinde der Flüchtling kommt. «Zurück in die Zivilschutzanlage wird er aber nicht gebracht, das ist nur als Notaufnahmestelle wegen des vollen EVZ Altstätten gedacht», sagt Krüsi.

Die Fahrdienste vom Bahnhof zu den Zivilschutzanlagen, zum EVZ und danach in die Flüchtlingswohnung übernehmen die Kantonspolizei, Private und die Gemeinden. «Wir helfen uns gegenseitig», sagt Krüsi.