Die Ökologie der Landschaft

Wartau Am Sonntag hat die Ortsgemeinde ihre Einwohner zum Jahres-Waldspaziergang geladen. Diesmal ging's zu einer Orientierung über «Ökologische Projekte» am Schollbergweg. Rund 70 Interessierte wanderten mit.

Silvia Frick
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Paul Schlegel, Präsident der Ortsgemeinde Wartau, informierte zu Beginn der Wanderung: «Besonderes» gebe es zu sehen in der Gemeinde Wartau, aber auch in der Gemeinde Sargans, denn das präsentable Projekt «Alter Schulweg von Sargans nach Trübbach» ist gemeindeübergreifend ausgeführt worden. In der Planung sassen die Ortsgemeinden Wartau und Trübbach. Begleitet wurden sie durch das Öko-Büro Hugentobler, Altstätten, und finanziell unterstützt durch den Fonds Landschaft Schweiz (FLS).

Den alten Schulweg restauriert

Unterwegs über den Schollberg wurden drei ökologische Projekte erklärt. «Zu Zeiten des Sarganser Schulwegs entlang der Felsen, weil der Rhein das Tal überflutete, bildeten Trockensteinmauern eine tragende Struktur und verhinderten Erdrutsche. Am Wartauer Burghügel schichteten Bürger Steine zu Terrassierungen, um Rebland zu gewinnen, während Steinmauern in den Rheinauen als Landteiler oder Grenzmarkierungen dienten», erklärte Urs Weber, Öko-Büro Altstätten, zusammen mit Ernst Vetsch, Revierförster Wartau.

Zudem sind Mauern Schutz- und Nistorte für Kleingetier. So leben an sonnigen Trockensteinmauern Eidechsen, Nattern, Mäuse, und Schnecken kriechen in mörtellose Nischen. Doch an vielen Orten bröckeln Steinmauern vor sich hin, oder wurden gar abgetragen. Am Schollberg sind sie nun durch die beiden Ortsgemeinden wieder restauriert worden. Dadurch wurde das Landschaftsbild nachhaltig aufgewertet, in Geschichte, Natur, und nicht zuletzt für den Tourismus.

Nun sind aber solche Projekte teuer. Am Schollberg musste ein 150 Meter langer Tunnel gebohrt werden. Vor dessen Eingang erklärte Gemeindepräsident Beat Tinner, Wartau, den geschichtlichen, politischen und wirtschaftlichen Werdegang des Felsweges.

Fonds leistet finanzielle Unterstützung

«1996 diskutierte man erstmals, nahm das Projekt 2009 in Angriff und feierte seine Einweihung am 1. Oktober 2013, zusammen mit Ständerätin Karin Keller Sutter. Finanziell hilft den Gemeinden der vom Bund gestützte Fonds Landschaft Schweiz. «Gerade feiern wir das 25jährige Bestehen. Bis dahin haben wir 700 Millionen Franken umgesetzt; der Wartauer Schollberg wurde mit 750 000 Franken unterstützt», bestätigte Regula Ott von FLS. Nur 20 Prozent der Kosten müssten die Gemeinden tragen, 80 Prozent könnten rückbezüglich über den Fonds Landschaft Schweiz abgerechnet werden. Auch das Projekt «Lebensraum Waldränder», welches Revierförster Ernst Vetsch noch erklärte, könnte fondswürdig sein.

Die Wanderung endete im Ortsgemeinde-Werkhof Dornau, Trübbach, wo die Musikgesellschaft aufspielte und alle beim Imbiss diskutieren konnten.