Die «Miss» hat einen guten Klang

Die Viehhalter präsentierten am Dienstag ihre tierischen Stars. Die Siegerin der Kategorie Fitness-Star, Adelina, erhielt die erste Weidschelle aus der Klangschmiede umgehängt.

Peter Küpfer
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Die Schelle ist dort, wo sie hingehört. Was bei Adelinas Temperament nicht ganz einfach zu bewerkstelligen war. Bild: PD

Die Schelle ist dort, wo sie hingehört. Was bei Adelinas Temperament nicht ganz einfach zu bewerkstelligen war. Bild: PD

Wie Hanspeter Bollhalder bei der Präsentation betonte, hätten alle vorgeführten Tiere eine Auszeichnung verdient. Aussehen, Vitalität und die genannten beeindruckenden Leistungszahlen bezeugten das anhaltend hohe Niveau der Haltung. Ohne die sich darin zeigende Liebe zu den Tieren wäre das nicht möglich, sagten die Präsentatoren unter dem Applaus der dicht am Ring stehenden Produzenten und Interessierten.

Das Verfahren ist geheim

Dieses Jahr war neben den traditionellen Kategorien auch eine neue zu sehen. Die Viehschaukommission liess zusätzlich einen «Fitness-Star» erküren. Dabei wurden weniger das Aussehen als die «inneren Werte» dieser besonders leistungsstarken Tiere bewertet. Die Preisträgerin Adelina aus dem Stall von Ernst Rechsteiner (Schwendi) erhielt neben viel Applaus ein besonderes Geschenk. Nadja Räss (Klangwelt Toggenburg) band ihr nämlich eine wunderschön geformte und wohlklingende Weidschelle um. Diese war von A bis Z in der Werkstatt der Klangwelt geschmiedet und feuervermessingt worden. Wie Nadja Räss bei der Prämierung sagte, arbeitet die Klangschmiede schon lange auf das Ziel hin, eigene Schellen vom Werkstück bis zur vermessingten Endform selbst zu produzieren. Mit Riemen und Schnallen, die ebenfalls aus dem Toggenburg stammen. Der Prototyp, von Sepp Brand verfertigt, wurde der Viehschaukommission von der Klangschmiede gestiftet und soll in den kommenden Jahren noch manche verdiente Kuh auszeichnen. Adelina nahm den noch ungewohnten Wanderpreis zwar gnädig, aber nicht ohne teilweise heftiges Kopfrecken entgegen. Wie René Soller ausführt, ist vor allem das Feuervermessingen der Schellen ein anspruchsvolles Verfahren. Dabei ist die Zusammensetzung des Tonmantels beim Einbrennen der Kupfer-Zink-Mischung ein gut gehütetes Berufsgeheimnis. Durch mehrjähriges geduldiges Experimentieren ist René Soller nun ein Verfahren gelungen, das sich für die Klangschmiede besonders gut eignet. Erstens ist es im Unterschied zu traditionellen Verfahren relativ kurz, so dass bei Kursen das Resultat des Bemühens am gleichen Tag zu ersehen ist. Zweitens braucht der Tonbrennofen in der Klangschmiede weniger Holz.

Ein Stück Berufsgeheimnis

Durch Sollers Beharrlichkeit haben die Klangschmiede nun ein eigenes Verfahren entwickelt. «Auch ein Stück Berufsgeheimnis», sagt Soller lächelnd. Er freut sich aber, wenn es Interessenten gibt, denen es gerne mitgeteilt wird.