Die Jagd ist ganzjährig erlaubt

Seit rund zwei Jahren ist die Wildschweinpopulation im Werdenberg etwas gewachsen. Im Obertoggenburg ist aufgrund des schneereichen Winters deutlich weniger Schwarzwild unterwegs. Geschossen werden nur wenige Tiere.

Corinne Hanselmann
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Wildschweinschäden auf einer Wiese im Flat oberhalb von Buchs-Räfis. (Bild: Silvan Eugster)

Wildschweinschäden auf einer Wiese im Flat oberhalb von Buchs-Räfis. (Bild: Silvan Eugster)

REGION. Nachdem Wildschweine vor zwei Jahren im Toggenburg diverse Alpweiden regelrecht «umpflügten», haben die Landwirte rund um Wildhaus-Alt St. Johann und Nesslau momentan deutlich weniger Schäden zu beklagen. «Der Bestand des Schwarzwilds wird stark von Umweltfaktoren beeinflusst», erklärt Wildhüter Urs Büchler. «Da der vergangene Winter ziemlich schneereich war und sich die Futtersuche für die Wildschweine schwierig gestaltete, ist die Population deutlich kleiner geworden.»

Starke Schwankungen

Die Schweine leben in unterschiedlich grossen Gruppen, den sogenannten Rotten. Diese setzen sich aus unterschiedlich alten Tieren zusammen: die bis einjährigen Frischlinge, die zweijährigen Überläufer, die ausgewachsenen weiblichen Bachen und die männlichen Keiler. Letztere leben nur in der Paarungszeit (Oktober bis Januar) in der Rotte und sind ansonsten Einzelgänger.

Die Grösse der Schwarzwild-Bestände verändere sich oft und stark, sagt Büchler. Bei optimalsten Bedingungen wie reiches Futterangebot und warmes Wetter könne sich eine Wildschweinpopulation im Extremfall innert eines Jahres verdreifachen. Der Grund dafür: Eine Bache wirft im Frühling zwischen zwei und acht Frischlinge. Ist das Wetter mild und das Nahrungsangebot reich, überlebt ein Grossteil der Jungtiere. «In schlechteren Zeiten hingegen überleben vielleicht nur ein oder zwei Jungtiere», erklärt Büchler.

Wildschweine sind lernfähig

Im Gegensatz zum Rotwild dürfen Wildschweine auf dem Feld – unter Beachtung einiger Regeln – das ganze Jahr über gejagt werden. Ausgewachsene Tiere sind vom 1. März bis 30. Juni von der Jagd ausgenommen, denn in dieser Zeit ziehen die Bachen ihre Frischlinge auf. «Wildschweine sind sehr lernfähig», sind sich die Wildhüter Silvan Eugster, zuständig für die Region Rheintal-Werdenberg und Urs Büchler, zuständig fürs Obertoggenburg, einig. Mit gezieltem Jagen auf den Schadensflächen ausserhalb vom Wald versuche man, sie zu vertreiben.

Wald wird verjüngt

Im Wald hingegen lasse man die Tiere in Ruhe. «Dort nämlich», so Büchler, «dürfen die Wildschweine gerne nach Futter suchen. Sie verbessern dadurch die Naturverjüngung. Dort, wo der Boden aufgewühlt ist, können die Samen der Waldbäume besser keimen als auf einer Laub- oder Nadelschicht.»

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