Die HSG scheitert mit ihrer Strafanzeige

Drucken
Teilen

Die Strafanzeige der Universität St. Gallen (HSG) wegen Verdachts auf gekaufte Studienarbeiten bleibt ohne Folgen: Die Staatsanwaltschaft St. Gallen hat keine Hinweise darauf, dass sich Studenten Arbeiten von Fremdautoren – sogenannten Ghostwritern – schreiben lassen und die Texte dann einreichen. Die Suche nach einem konkreten Fall blieb ohne Erfolg. «Es lag keine schriftliche Arbeit vor, an der sich der Verdacht hätte überprüfen lassen», sagt Andreas Baumann, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft. Es wurde kein Strafverfahren eröffnet.

Die HSG teilt mit, sie werde erneut Anzeige erstatten, falls sie Hinweise auf eingereichte Ghostwriter-Arbeiten erhalte. Man habe inzwischen verschiedene Softwarelösungen zur Entdeckung fremdgeschriebener Arbeiten geprüft, doch diese hätten nicht überzeugt.

Im Mai 2015 hatte das HSG-Studentenmagazin «Prisma» anonyme Aussagen von Studenten publiziert, die nach eigenen ­Angaben Abschlussarbeiten von Ghostwritern schreiben liessen. Die Zürcher Agentur Acad Write gab an, sie verfasse jähr-lich 10 bis 20 Arbeiten für HSG-Studenten. Auch für Ghostwriting-Anbieter hat die Strafanzeige der HSG keine Konsequenzen. «Das alleinige Anbieten von Ghostwriting verstösst nicht gegen das Gesetz», sagt Andreas Baumann.

Adrian Vögele