Die Gesellschaft ist konfrontiert mit dem Thema Demenz

GRABS. Im Rahmen der Veranstaltungsserie «Demenz geht uns alle an» beschäftigten sich die Akteure an der kommunalen Konferenz «Leben im Alter» mit der Frage, warum es sich lohnt, eine demenzfreundliche Gesellschaft aufzubauen – auch in der Gemeinde Grabs.

Merken
Drucken
Teilen
Das Thema Demenz verlangt vorausschauende Planung. (Bild: pd)

Das Thema Demenz verlangt vorausschauende Planung. (Bild: pd)

GRABS. Im Rahmen der Veranstaltungsserie «Demenz geht uns alle an» beschäftigten sich die Akteure an der kommunalen Konferenz «Leben im Alter» mit der Frage, warum es sich lohnt, eine demenzfreundliche Gesellschaft aufzubauen – auch in der Gemeinde Grabs. Organisiert durch die Kommission für Altersfragen, befassten sich betroffene Angehörige, Anbieter in der Altersarbeit, Hausärzte und Behördenmitglieder mit dem Thema demenzfreundliche Gesellschaft. In das Thema eingeführt wurden die Anwesenden von Frau Silvia Benz, Projektleiterin der Aktion Demenz in Lustenau. Mit grossem Interesse wurde ihren Ausführungen zugehört. Seit Ende September 2014 darf sich Lustenau offiziell eine demenzfreundliche Gemeinde nennen, in der auf unterschiedliche Art und Weise Demenz zur Normalität verholfen wird.

Birgitta Martensson, Geschäftsführerin der Schweizerischen Alzheimervereinigung, zeigt anhand aktuellen Fakten aus Grabs auf, warum es sich lohnt, eine demenzfreundliche Gesellschaft aufzubauen, auch in Grabs.

Zahl der Betroffenen steigt

Schon heute sind viele von uns von der Krankheit Demenz betroffen, sei es als Partner, Sohn, Tochter oder Freund. In Grabs gibt es statistisch gesehen ca. 100 direkt Betroffene und ca. 300 Angehörige. Dies betrifft 4,3 Prozent der Grabser Bevölkerung. Dennoch dringt das Wissen über diese Krankheit nur langsam in unser Bewusstsein. Die Demenz stellt ganz besondere Herausforderungen an uns als Gesellschaft, an pflegende Angehörige, Fachkräfte in der Pflege, öffentliche Institutionen und Geschäfte.

Im Rahmen einer Gruppenarbeit kamen die Angehörigen zu Wort. Frau Babette Schlegel zeigte auf, wie wichtig für ihren Vater und die Familie die Unterstützung durch die Tagesstätte Wiitsicht war. Als ihr Vater unter dieser Krankheit litt, war diese Krankheit noch weniger bekannt als heute. Margrith Raimann, Leiterin der Tagesstätte Wiitsicht, habe bis heute mit ihrem Engagement viel zum Verständnis dieser Krankheit beigetragen.

Flexibilität ist wichtig

Fabiola Vetsch schilderte eindrücklich die Situation ihrer Schwiegermutter, die von der Krankheit betroffen ist. Das Leben von ihr als pflegende Schwiegertochter und ihrem Mann habe sich völlig verändert. Die Situation verändere sich dauernd. Es sei sehr schwierig gewesen, Hilfe zu finden, da sie nicht in Grabs wohnen und sich in Grabs nicht auskannten. Die Krankheit beeinflusst das soziale Umfeld der Betroffenen und deren Angehörigen. Sie verlieren viele Kontakte, und Beziehungen leiden darunter. Sie appellierte an die Teilnehmer, die Menschen nicht zu vergessen, deren Krankheit das Vergessen ist.

Zum Ausdruck kam, dass für eine demenzfreundliche Gesellschaft, ein demenzfreundliches Dorf, die Aufklärung über die Krankheit in der Öffentlichkeit ganz wichtig ist. Die Betroffenen und deren Angehörige sind auf das Verständnis angewiesen. .

Als Schlussveranstaltung der Veranstaltungsserie «Demenz geht uns alle an» wird am Donnerstag, 19. November, 18.15 Uhr der preisgekrönte Dokumentarfilm «Vergiss mein nicht» im Kino Kiwi Werdenberg gezeigt. Anschliessend wird von der Gemeinde Grabs ein Apéro offeriert, der Eintritt ist frei, die Kosten werden von der Alzheimervereinigung übernommen. Für die Kommission für Altersfragen, die 2015 mit der Veranstaltungsserie ihr 10-Jahr-Jubiläum feiert, ist nach ihrem Jubiläumsjahr die Veranstaltungsserie abgeschlossen. (pd)