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Die Freuden und Leiden der Gäste während Jahrzehnten miterlebt

HAAG. Als Wirtin hat Frieda Keller seit 1962 einiges erlebt. Nach der Übergabe des «Kreuz» an Tochter Eliane und Schwiegersohn Meinrad Bärtsch-Keller kann sie kürzertreten. Doch ihre treuen Gäste freuen sich, wenn die Seniorchefin noch täglich im Restaurant anzutreffen ist.
Adi Lippuner
Frieda Keller mit einer alten Aufnahme vom «Kreuz» und den Bestätigungen für den Wirtekurs aller vier «Keller»-Generationen. (Bild: Adi Lippuner)

Frieda Keller mit einer alten Aufnahme vom «Kreuz» und den Bestätigungen für den Wirtekurs aller vier «Keller»-Generationen. (Bild: Adi Lippuner)

HAAG. Als Wirtin hat Frieda Keller seit 1962 einiges erlebt. Nach der Übergabe des «Kreuz» an Tochter Eliane und Schwiegersohn Meinrad Bärtsch-Keller kann sie kürzertreten. Doch ihre treuen Gäste freuen sich, wenn die Seniorchefin noch täglich im Restaurant anzutreffen ist.

Nur wer die Arbeit im Gastgewerbe liebt, kann sich während Jahrzehnten für diese Aufgabe begeistern. Auch im Alter von 74 Jahren wird Frieda Keller nicht müde, Arbeiten zu übernehmen. «Heute darf ich, muss aber nicht mehr mithelfen», ist zu hören. Sie habe allerdings ihr Pensum reduziert. «Früher war ich von morgens sechs Uhr bis Mitternacht– und dies lange Jahre – täglich im Betrieb. Heute sind es nur noch die Vormittagsstunden von sieben Uhr bis nach dem Mittagessen-Service.»

Die Erlebnisse als Gastgeberin aus fünf Jahrzehnten würden ein ganzes Buch füllen. «Als Wirtin war und bin ich Vertraute vieler Gäste, habe sozusagen ihre Freuden und Leiden direkt miterlebt.» Dass Diskretion in diesem Beruf oberstes Gebot ist, versteht sich deshalb von selbst.

Mehrere Generationen Keller

Die Geschichte der Familie Keller und des Gasthauses Kreuz in Haag beginnt im Jahre 1924, also vor 90 Jahren. Damals erwarb Jakob Keller, er war Bahnhofvorstand in Haag-Gams, das Haus an der Kreuzung. Geführt wurde das Restaurant von seiner Ehefrau Elisa Margareth Keller-Hitz, denn als Bahnbeamter durfte Jakob Keller keinem Nebenerwerb nachgehen. 1943 war es Sohn Walter Keller, der die Familientradition mit seiner Ehefrau Katharina Keller-Hagmann weiterführte.

Die heutige Seniorchefin blickt auf ihren Einstieg zurück: «Jakob Keller, bekannt als <Schag>, und ich haben 1962 geheiratet und im gleichen Jahr das Gasthaus von den Schwiegereltern übernommen.» Der Einstieg sei nicht ganz einfach gewesen, «denn die Schwiegermutter wurde krank und so hiess es für mich anpacken und Verantwortung übernehmen.» Bis 1966 habe ihr Ehemann noch auf dem ursprünglich erlernten Beruf gearbeitet, sei dann aber in den eigenen Betrieb eingestiegen. «Mit drei Kindern konnte ich, trotz tatkräftiger Unterstützung der Schwiegereltern und zuverlässiger Angestellten, die Arbeit nicht mehr allein bewältigen.»

Vor 14 Jahren haben Eliane und Meinrad Bärtsch-Keller den Betrieb übernommen und alle drei Kinder der heutigen Besitzer sind im Gastgewerbe tätig. «So können wir beruhigt in die Zukunft blicken, es schaut so aus, dass die Familientradition weitergeführt wird», freut sich Frieda Keller.

Einst mit Postablage

Erstmals erwähnt wird das «Kreuz» im Jahr 1840. Damals sei es noch ein Gasthaus mit dazugehörender Landwirtschaft gewesen, weiss die heutige Seniorchefin. Und auf einer alten Aufnahme, entstanden gegen Ende des 19. Jahrhunderts, ist zu sehen, dass auch die Postablage im «Kreuz» untergebracht war. Damals präsentierte sich das Gebäude ganz anders, es war ein grosses Haus mit angrenzender Scheune. Ihr Schwiegervater habe 1962 einen ersten Neubau, die Kegelbahn und Gästezimmer erstellen lassen. 1966 kam dann ein weiterer Umbau.

Mit besonderer Freude berichtet Frieda Keller von Italienern, die als Gastarbeiter in die Schweiz kamen und auch 50 Jahre später, inzwischen mit ihren Enkelkindern, im «Kreuz» einkehren. Auch von einem Gast, der seit 40 Jahren täglich sein Mittagessen am gleichen Ort geniesst, weiss die Seniorchefin zu berichten. Die grosse Treue der Gäste, aber auch die immer noch bestehenden Kontakte zu ehemaligen, langjährigen Mitarbeitenden habe ihr über eine schwierige Zeit geholfen, ist zu erfahren.

«Vor drei Jahren, als mein Mann überraschend starb, gaben mir die Familie und die treuen Gäste Halt», blickt die Seniorchefin zurück. Und weil sie das gute Gefühl, immer noch gebraucht zu werden, nicht missen möchte, packt sie auch täglich noch gerne mit an.

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