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Die Frau hinter dem König

Seit Jahren hält Andrea Abderhalden-Hämmerli ihrem Mann Jörg Abderhalden den Rücken frei. Was dies konkret heisst, können sich nur wenige vorstellen. Auch nicht jetzt, wo sie Generalsekretärin des NOS in Wattwil ist.
Urs Huwyler
Andrea Abderhalden, Generalsekretärin des Nordostschweizer Schwingertages, mit Ehemann Jörg Abderhalden, OK-Präsident NOS. (Bild: Urs Huwyler)

Andrea Abderhalden, Generalsekretärin des Nordostschweizer Schwingertages, mit Ehemann Jörg Abderhalden, OK-Präsident NOS. (Bild: Urs Huwyler)

SCHWINGEN. Hausfrau, Managerin, Geschäftsführerin, Verwaltungsrätin, Politikerin, ehrenamtliche Funktionärin, Schulrätin, es gibt verschiedene Bezeichnungen, um den Tätigkeitsbereich von Andrea Abderhalden-Hämmerli aus Nesslau zu beschreiben. Auf die Frage, was sie von Beruf sei, kann die 38jährige gelernte Kauffrau deshalb keine eindeutige Antwort geben. Oft spielt dies allerdings keine Rolle, denn für viele Zeitgenossen bleibt sie unabhängig ihrer Mandate und ehrenamtlichen Jobs zuerst einmal «nur» die Frau von Jörg Abderhalden, dem königlichen Schwinger und Schweizer des Jahres 2007.

«Daran habe ich mich gewöhnt»

So kam es für die dreifache Mutter nicht überraschend, als ihr auch von Frauen geflüstert wurde, sie müsse zuerst aus dem Schatten des Gatten treten, damit sie als Kantonsratskandidatin Chancen habe. Nicht alle schienen so zu denken. Es wurde Position drei auf der FDP-Liste (erster Ersatz). «Speziell auch Frauen können sich nicht vorstellen, dass ich neben meinem bekannten Mann den eigenen Interessen nachgehe und Jörg mich dabei ebenso unterstützt wie ich ihn. Aber daran habe ich mich gewöhnt», lässt sich Andrea Abderhalden nicht aus der Ruhe bringen.

Kurze Wege

Beide Eheleute betonen, es sei seit jeher wichtig gewesen, sich neben den gemeinsamen Aktivitäten beruflich und in der Freizeit einen eigenen Bekanntenkreis, ein eigenes Umfeld aufzubauen. «Das Bild, Andrea stehe in meinem Schatten, weil sie mir seit Jahren den Rücken freihält, ist völlig falsch», fügt die nationale Sportpersönlichkeit an. Schon zu Aktivzeiten des dreifachen Königs übernahm die Generalsekretärin des Nordostschweizer Schwingertages vom 26. Juni auf der Grüenau Wattwil die Koordination, Organisation, Termingestaltung und Absprachen für den Angetrauten, der nun als OK-Präsident erneut im Fokus steht. «Wir hatten immer den Vorteil der kurzen Wege, brauchten keine langen Absprachen und Sitzungen, konnten sofort reagieren. Das ist», so Andrea Abderhalden, «auch beim NOS der Fall. Vieles lässt sich ad hoc lösen und kommunizieren.»

Die Generalsekretärin betreut den Vorverkauf, lädt Gäste ein, schreibt Dankesbriefe, kümmert sich um Sponsoren, Ehrengäste, Ehrendamen und alles, wofür sich niemand zuständig fühlt, wird zur telefonischen Auskunftsstelle, nimmt dem Chef als Sekretärin die administrativen Arbeiten ab. Die Koordination sei einfacher, wenn die Fäden an einer Stelle zusammenliefen, weiss die oft als Managerin betitelte Hobbysportlerin, denn sie fährt Ski und wandert gerne. Sie habe sich nie als Managerin gesehen, und die Bezeichnung findet sie weder zutreffend, noch mag sie sie.

Medienarbeit der Hausherrin

Zu den glorreichen Sägemehlzeiten gehörte an der Königsstrasse 10 in Nesslau die Abschirmung des fünffachen Eidgenossen zu den Hauptaufgaben der Hausherrin. Mancher Medienschaffende biss sich die Zähne aus, wenn er den erfolgreichsten Schwinger vor einem Grossanlass kontaktieren wollte, dieser sich jedoch auf den Sport konzentrieren wollte. Er kenne keinen Manager, der seinen Sportler derart konsequent schütze wie Frau Abderhalden ihren Mann, meinte ein Journalist, nachdem er wieder abgeblitzt war. «Andrea musste sich deswegen einiges an Kritik anhören, doch sie zog es durch, und ich wurde durch all die Anfragen nicht belastet. Der Weg war wohl richtig», blickt der 51fache Kranzfestsieger zurück.

«Familie steht im Zentrum»

Solche Anfragen, die in Spitzenzeiten an Telefonbelästigung grenzten, sind sechs Jahre nach dem Rücktritt seltener geworden. Die Verwaltungsratsmandate bei den Wildhauser Bergbahnen und der Clientis-Bank Thur, das Engagement in der Politik und Vereinen gehören mit zeitlich begrenzten Aufgaben wie beim NOS oder als Verfasserin der Jubiläumsschrift «75 Jahre Schwingklub Wattwil» nun zum Alltag. Daneben arbeitet sie seit 2012 bei der Jörg Abderhalden AG (Betreuung/Beratung von Spitzensportlern/Organisation Sport-, Sponsoringevents) als Geschäftsführerin. «Weil Stärke in der Familie liegt», lautete der Slogan von Andrea Abderhalden bei den Kantonsratswahlen.

Ist das bei all den Jobs zeitlich möglich? «Die Familie steht im Zentrum. Den Grossteil der Arbeiten kann ich erledigen, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Wir sind in der glücklichen Lage, dass Jörg seine Arbeitszeit auch etwas meinen Terminen anpassen kann. Die Stärke der Familie liegt nicht nur darin, dass die Mutter immer zu Hause ist.»

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