Die Europäische Zentralbank wirft die Notenpresse an

FRANKFURT. Die Europäische Zentralbank (EZB) öffnet die Geldschleusen: Sie will Staats- und Privatanleihen im Volumen von mehr als einer Billion Euro kaufen. Geplant sei der Kauf von Papieren im Wert von 60 Mrd. Euro pro Monat, kündigte EZB-Chef Mario Draghi gestern Donnerstag an.

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FRANKFURT. Die Europäische Zentralbank (EZB) öffnet die Geldschleusen: Sie will Staats- und Privatanleihen im Volumen von mehr als einer Billion Euro kaufen. Geplant sei der Kauf von Papieren im Wert von 60 Mrd. Euro pro Monat, kündigte EZB-Chef Mario Draghi gestern Donnerstag an.

Mit der Geldflut von 1,14 Billionen Euro wollen die Währungshüter ein Abrutschen in die Deflation verhindern – eine Abwärtsspirale mit fallenden Preisen und schrumpfenden Investitionen. Die EZB strebt vielmehr eine Inflationsrate von mittelfristig knapp zwei Prozent an. Davon ist sie derzeit aber meilenweit entfernt. Zuletzt fielen die Preise in der Eurozone sogar um 0,2 Prozent. «Die Inflationsdynamik ist anhaltend schwächer als erwartet», begründete Draghi daher die Geldflut.

Im März soll mit dem Kauf von Staatsanleihen und Papieren europäischer Institutionen mit Top-Bonitätsnoten begonnen werden. Das Programm – im Fachjargon Quantitative Lockerung oder «QE» genannt – soll bis Ende September 2016 laufen.

Dazu meinte Mario Draghi, das Kaufprogramm werde «in jedem Fall so lange ausgeführt, bis wir eine nachhaltige Anpassung in der Entwicklung der Inflation sehen, die im Einklang steht mit unserem Ziel, mittelfristig Inflationsraten von unter, aber nahe 2 Prozent zu erreichen.» Im neuen Kaufprogramm enthalten sind laut dem EZB-Chef auch bereits beschlossene Käufe von ABS-Papieren und Pfandbriefen. (sda) • THEMA 22+23