Die Biber breiten sich aus

Im Gegensatz zu Liechtenstein bereiten Biber im Werdenberg zur Zeit keine ernsthaften Probleme. Ihre Population wird aber immer grösser und sucht sich neue Reviere.

Corinne Hanselmann
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REGION. Dass die Liechtensteiner Behörden kürzlich fünf Biber erlegt haben, sorgte bei Tierfreunden für Aufregung. Die Nagetiere haben Schäden an Hochwasserschutzbauten angerichtet (im W&O vom 11. April). Droht den Bibern im Werdenberg auch ein Abschuss? «Nein», sagt Wildhüter Silvan Eugster klar, «Biber bereiten hier zur Zeit keine ernsthaften Probleme.»

Biber fühlen sich hier wohl

Dennoch müsse man die Biberpopulation im Auge behalten. «Sie fühlen sich zum Beispiel in den renaturierten Kanälen, die es in der Region gibt, sehr wohl», so Eugster. So haben sich bereits vor einigen Jahren Biber beim alten Kanal zwischen Sennwald und Lienz, bei der Simmimündung Gams-Haag, im Bereich Giessen-Binnenkanal in Buchs und am Wartauer Mühlbach angesiedelt. «Kürzlich sind auch in Gewässern zwischen dem Gamser- und dem Saxerriet Biber gesichtet worden», weiss der Wildhüter, dessen Aufsichtsgebiet von Wartau bis nach Rebstein reicht. In Oberriet-Wichenstein und in Altstätten-Bannriet gibt es ebenfalls Biberbauten. Das macht deutlich: Die Nager breiten sich in der Region Rheintal-Werdenberg immer mehr aus.

«Die 11/2jährigen Jungbiber verlassen im Sommer das Revier der Eltern und suchen sich ein eigenes», erklärt Eugster. «Dabei wandern sie hauptsächlich entlang von Gewässern, bis sie eine passende Umgebung finden.»

Ausbreitung ins Bündnerland

Vom Werdenberg her breiten sich die Biber deshalb nun vor allem in Richtung Sarganser- und Bündnerland aus. «Ein Biber ist auch im Gaster (Linthgebiet) gesichtet worden. Ob dieser aber aus dem Werdenberg stammt, ist unklar.» Biber sind gute Schwimmer und in Gewässern flink unterwegs. An Land bewegen sie sich deutlich langsamer fort. Auf der Suche nach neuen Revieren müssen sie auch Felder und Strassen überqueren. Dies birgt Gefahren für Mensch und Tier: «Seit ich kantonaler Wildhüter bin, erlebte ich schon zwei Verkehrsunfälle im Zusammenhang mit Bibern», so Eugster, der seit 15 Monaten im Amt ist.

Steigende Zahlen

Anfang 2014 schätzte der damalige Wildhüter Peter Eggenberger die Anzahl Biber im Werdenberg auf 15, ein Jahr zuvor noch auf 8. «Inzwischen sind es wohl noch einige mehr geworden», ist sich Eugster sicher. Die Verbreitung könne etwa verglichen werden mit derjenigen in Liechtenstein. • DIE DRITTE

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