«Die Bestechung gab es nicht»

MÜNCHEN. Einer der reichsten Briten steht in München vor Gericht: Bernie Ecclestone, der Formel-1-Macher. Die Anklage wirft ihm vor, einen ehemaligen Bankvorstand mit 44 Millionen Dollar bestochen zu haben.

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MÜNCHEN. Einer der reichsten Briten steht in München vor Gericht: Bernie Ecclestone, der Formel-1-Macher. Die Anklage wirft ihm vor, einen ehemaligen Bankvorstand mit 44 Millionen Dollar bestochen zu haben.

Im Sommer 2012 verurteilte der Richter den Banker Gerhard Gribkowsky wegen Bestechlichkeit zu achteinhalb Jahren Haft. Der Verurteilte hatte ausgesagt, von Ecclestone mit 44 Millionen Dollar geschmiert worden zu sein, damit er als einstiger Risikovorstand der BayernLB dafür sorge, dass die Formel 1 nicht in falsche Hände gerät, also in andere. 2002 wurde die bayrische Landesbank nämlich wichtigster Anteilseigner der Formel 1, nachdem die BayernLB nach der Pleite des Kirch-Imperiums fast 50 Prozent der Formel-1-Anteile geordert hatte.

Ecclestone wünschte sich, dass diese Anteile an den britischen Finanzinvestor CVC Capital Partners verkauft werden. Fakt ist: Sein Wunsch wurde erfüllt und der neue Investor blieb, was er war: allmächtiger Dirigent des rasenden Milliarden-Geschäfts Formel 1. Damals, im Prozess gegen den Banker, sagte Ecclestone als Zeuge aus, jetzt ist es umgekehrt.

In einer von seinen Verteidigern vorgetragenen persönlichen Erklärung bezeichnete Ecclestone gestern die Anklageschrift als «unzutreffend, irreführend» und «unschlüssig». Die behauptete Bestechung habe es nicht gegeben. Er kündigte an, seine Unschuld zu belegen mit «Dokumenten, die bisher nicht vorliegen». Gribkowsky habe «in entscheidenden Punkten die Unwahrheit gesagt». (df)