Die Bedeutung des guten Rufs – und die grosse Macht der Medien

VADUZ. «Das Dramatische an meinem Fall bietet die Chance für eine Veränderung»: Mit diesem Satz – und einer zwar nachdenklichen, aber nicht verbitterten Grundeinstellung – beeindruckte der ehemalige deutsche Bundespräsident Christian Wulff gestern abend am Wirtschaftsforum in Vaduz.

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VADUZ. «Das Dramatische an meinem Fall bietet die Chance für eine Veränderung»: Mit diesem Satz – und einer zwar nachdenklichen, aber nicht verbitterten Grundeinstellung – beeindruckte der ehemalige deutsche Bundespräsident Christian Wulff gestern abend am Wirtschaftsforum in Vaduz.

«Reputation – In der Dynamik der Veränderung»: So lautete das Thema der 14. Wirtschaftstagung, die das Vaduzer Medienhaus organisiert hat. Wer anders als Wulff hätte sie besser verkörpern können – die Dynamik. Mit seinem persönlichen Fall von ganz oben als Staatsoberhaupt in Deutschland bis ganz unten nach dem unvermeidlichen Rücktritt.

Er, der wegen des enormen öffentlichen Drucks nach einer breiten Medienkampagne Anfang 2012 zurücktreten musste, wurde schliesslich von allen Vorwürfen freigesprochen. Die laut Wulff vor allem in Deutschland weit verbreitete Gier nach schlagzeilenträchtigem Journalismus sei eine Gefahr für die Gesellschaft und schrecke von der Übernahme von Verantwortung in politischen Ämtern ab. Seine Hoffnung setzt er auf den Journalismus hoher Qualität, den es auch noch gebe – und auf Führungsverantwortung, die nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in den Medien gefragt sei.

Die Reputation, also den guten Ruf, thematisierten auch die weiteren Referenten. Liechtensteins Wirtschaftsminister Thomas Zwiefelhofer stellte die Kernpunkte der Strategie zur künftigen Positionierung Liechtensteins vor. Und der langjährige St. Moritzer Kurdirektor und «Markenmanager», Hans Peter Danuser, forderte die Unternehmer dazu auf: «Tue Gutes und lass darüber reden.» (ts) • LOKAL 5

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