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Die Araber entdecken das Toggenburg

Entgegen dem regionalen Trend konnte das Hotel Schönau diesen Sommer bei den Logiernächten zulegen. Es kamen viele Gäste aus dem Nahen Osten.
Hanspeter Thurnherr
Das kleine Hotel Schönau liegt an der Hauptstrasse zwischen Wildhaus und Unterwasser. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

Das kleine Hotel Schönau liegt an der Hauptstrasse zwischen Wildhaus und Unterwasser. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

Es gibt sie noch: die Erfolgsmeldungen in der Toggenburger Hotellerie. So zeigt sich Susanne Greiner, Geschäftsführerin des Hotels Schönau in Wildhaus, äusserst zufrieden mit den Übernachtungszahlen der Monate Juli, August und September. Gegenüber dem Vorjahr hätten sich in dieser Zeit die Logiernächte teilweise mehr als verdoppelt. Susanne Greiner führt dies vor allem auf die verstärkte Präsenz auf verschiedenen Buchungsplattformen zurück.

Darüber hätten auch die neuen Gäste aus dem Nahen Osten gebucht, welche in diesem Sommer teilweise mit ihren Familien bis zu zwei Wochen im Hotel Schönau verbracht haben. Weil die Buchungen im September weiter anhielten, vermutet sie aber auch, dass Mund-zu-Mund-Propaganda ihrer zufriedenen Gäste einiges dazu beigetragen hat.

Arabische Gäste wollen viele Informationen

Die neuen Gäste aus Ländern wie Bahrain, Kuwait und Saudi-Arabien seien aber anspruchsvoll. «Sie wollen vor allem viele Informationen über Ausflugsziele und die Wege dorthin. Und da sie überall mit dem Auto hin wollen, gibt es für uns viel zu organisieren», erzählt Greiner. Ungewohnt und deshalb mit viel Erklärungsbedarf verbunden ist für die Gäste aus dem Nahen Osten, dass man von Wildhaus beispielsweise an den Walensee oder nach Zürich um die Berge herum fahren muss – und aus 40 Kilometern Luftlinie vielleicht 120 Kilometer Autofahrt werden.

Etwas Mehraufwand für das Personal erforderte eine kulturelle Eigenheit der Gäste aus den arabischen Ländern im hygienischen Bereich. «Da sie sich im Intimbereich nicht berühren, benutzen sie nach dem WC-Besuch die Dusche, um sich zu säubern. Deshalb standen die Bäder immer etwas unter Wasser», erzählt Susanne Greiner. Dafür gebe es bezüglich Essen keine Probleme. Man müsse einfach darauf achten, dass die Gäste aus dem Nahen Osten kein Schweinefleisch essen, erklärt die Geschäftsführerin.

Effort scheint sich auszuzahlen

Wie schafft es ein kleines Hotel im Toggenburg, Gäste anzulocken, die man für gewöhnlich in Nobelkurorten erwartet? «Sie suchen das einfache Erleben. Sie geniessen die Ruhe und die schöne Landschaft. Zum Beispiel sitzen sie gerne bis spät am Abend draussen», stellt Susanne Greiner fest. Und lachend erzählt sie, dass die Gäste anfangs erstaunt waren, dass es keine Klimaanlage gibt: «Wir mussten ihnen erklären, dass es auf 1000 Metern über Meer keine brauche und es in der Nacht dann schon kühl werde.»

Jedenfalls wurde vom Schönau-Team ganz einfach versucht, allen Kundenwünschen zu entsprechen. Das einfache, aber herausfordernde Rezept: «Mit den Gästen reden und die gewünschten Informationen liefern.» Zum Glück sind die weitgereisten Gäste gut ausgerüstet. Dank Sprach-Apps, welche Arabisch in Deutsch übersetzen, glückt die Kommunikation. Der Effort des Personals scheint sich auszuzahlen: Susanne Greiner hat bereits die Zusage für erneute Besuche und Weiterempfehlungen aus dem Nahen Osten.

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