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Die Alpen leiden unter der Nässe

Die Bauern warten sehnlichst auf ein, zwei Sonnentage. Denn wenn das Gras nicht bald geheut oder siliert werden kann, verliert es an Futterwert. Doch mehr Probleme schafft das nasse Wetter in den höheren Lagen.
Hanspeter Thurnherr
Die Böden sind vom Regen gesättigt. Die eingesetzten Maschinen hinterlassen deshalb tiefere Spuren. (Bild: Thomas Schwizer)

Die Böden sind vom Regen gesättigt. Die eingesetzten Maschinen hinterlassen deshalb tiefere Spuren. (Bild: Thomas Schwizer)

REGION. «Wir können zurzeit nicht heuen. Wir hätten den zweiten Schnitt diese Woche gerne genommen», sagt der Grabser Landwirt Hans Sturzenegger. Nun hofft er und viele weitere Bauern darauf, dass demnächst ein, zwei schöne Tage folgen: «Dank der Silotechnik sind wir schnell fertig.» Zum Glück sei das Gras in den letzten Wochen nicht so stark gewachsen. Denn wenn es zu lange stehen bleibe und zu hoch wachse, verliere es an Futterwert. «Grenzwertig» sei die Qualität schon, doch sei die Situation insgesamt noch nicht dramatisch.

Beim Mais werde es wegen der Staunässe in den Feldern zu Ausfällen kommen, vor allem in Gegenden mit schweren Böden. Zum Beispiel in Grabs. «Buchs und Sevelen werden da weniger Probleme haben», vermutet Sturzenegger.

Teilweise im Wasser

Die erste Heuernte im Tal und bis etwa 1000 Meter über Meer sei, auch was die Qualität betrifft, «gut über die Bühne gegangen», sagt Markus Hobi, Leiter des Landwirtschaftlichen Zentrums in Salez. Der zweite Aufwuchs stehe jetzt aber – je nach Boden – teilweise im Wasser. Weiter oben konnte man bisher kein Heu ernten. «Dabei ist der erste Aufwuchs wichtig, bringt er doch den grössten Ertrag.» Auch das Weiden sei auf diesen Höhen sehr schwierig, weil es auf den tieferen Alpen und den Voralpen zu Trittschäden führen könne. «Die Bauern sind gefordert, insbesondere jene mit Ganzsömmerung. Sie haben in dieser Situation einen hohen Arbeitsaufwand. Denn sie müssen mehr stallen, zäunen und geeignete Weidestellen suchen», sagt Markus Hobi.

Auf den Hochalpen ist noch nicht viel gewachsen. «Bei einem normalen Sommer könnte es dort aber noch gut werden. Schwieriger dürfte es vielleicht später bei der Rückkehr auf die tieferen Alpen werden, weil durch die Trittschäden weniger Gras vorhanden sein könnte», erklärt Markus Hobi.

Mehr Verluste, mehr Aufwand

«Die Ernteverluste sind grösser, es gibt zum Beispiel bei den Erdbeeren mehr zweite und dritte Klasse – und auch mehr faule. Zudem ist der Aufwand bei der Ernte und bei der Aufbereitung grösser, weil alles viel dreckiger ist», sagt Werner Schlegel von der Buchser Schlegel Gemüsebau. Auch seien die Pflanzen empfindlicher und dadurch anfälliger gegen Pilzkrankheiten. Dass seine Böden leichter und sandiger sind, sei kein Trost. Denn wenn es regnet, könne man weder mit Maschinen setzen, fräsen noch pflügen. Deshalb wird jede Minute genutzt, wenn es einmal einigermassen trocken ist, um mit leichteren Maschinen die Arbeiten nachzuholen. «Auch weil wir müssen. Denn zum Beispiel hatte ich Setzlinge eine Woche im Kühler, um sie überhaupt noch zu retten», erzählt Schlegel.

Verzögerung bei Saat und Ernte

Die Ausfälle beim Gemüse seien im Rahmen des Üblichen, stellt Peter Zogg, Leiter Anbau bei der Müller Azmoos AG in Weite, fest. Weil ihre Böden nicht extrem schwer seien, wachse das Gemüse, wie man es gerne hätte. Allerdings komme es bei der Aussaat und Ernte manchmal zu Verzögerungen, weil man durch den vielen Regen mit den schweren Maschinen nicht fahren könne. Sonst könnte es zu Strukturschäden am Boden führen, erläutert Zogg. Doch bis jetzt gebe es keinen Grund zum Klagen. «Allerdings kann ich nur für uns und nicht für andere Regionen reden.»

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