Die aktuellen Grippeviren tricksten die Entwickler des Impfstoffes aus

REGION. Die Grippe darf bei gewissen Personengruppen nicht unterschätzt werden, weil sie zu schweren Komplikationen führen kann. Zu den Risikogruppen gehören Säuglinge, ältere Menschen, schwangere Frauen und Personen mit einer chronischen Erkrankung.

Katharina Rutz
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REGION. Die Grippe darf bei gewissen Personengruppen nicht unterschätzt werden, weil sie zu schweren Komplikationen führen kann. Zu den Risikogruppen gehören Säuglinge, ältere Menschen, schwangere Frauen und Personen mit einer chronischen Erkrankung. Bis zu 5000 Spitaleinweisungen und bis zu 1500 Todesfälle gerade bei älteren Menschen können die jährlichen Folgen einer Grippewelle sein. Die Impfung ist laut Bundesamt für Gesundheit der beste Schutz vor der Grippe und ihren Komplikationen. Zudem verhindere die Impfung die Übertragung der Grippeviren auf andere Personen.

Viren mutieren häufig

Wie gut der für diese Grippesaison produzierte Impfstoff wirkt, ist allerdings unklar. «Jährlich entwickeln internationale Experten der WHO einen Impfstoff. Dazu wählen sie die drei Viren aus, die am wahrscheinlichsten die neue Grippewelle auslösen werden», erklärt Daniel Koch, Leiter der Abteilung für übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit. Sie stützen sich dabei auf die Grippeviren, die in der letzten Saison grassierten. Da sich Viren jedoch jederzeit verändern können und dies auch häufig tun, kommt es alle zehn bis 15 Jahre vor, dass der Impfstoff nicht genau zu den aktuellen Grippeviren passt und man dies bereits im Labor feststellen kann. «Viren mutieren ständig, um unter einem neuen Deckmantel unserem Immunsystem ein Schnippchen zu schlagen», sagt Koch.

Mensch vielleicht doch immun

Doch auch wenn die Laborergebnisse aussagen, dass der Impfstoff schlechter gegen die aktuellen Grippeviren wirkt, heisst das noch lange nicht, dass es beim Menschen auch so sein muss. «Wie der Impfstoff beim einzelnen Menschen nützt, ist schwierig zu beurteilen, da diese Person unter Umständen bereits verschiedene Immunitäten in sich trägt», so Koch.

Den Risikogruppen rät der Experte, die eigene Gesundheit noch aufmerksamer zu beobachten und bei Grippesymptomen noch «einen Tick früher zum Arzt zu gehen».

Impfen jetzt (zu) spät

Wer sich jetzt noch gegen die saisonale Grippe impfen lassen will, ist jedoch tendenziell eher zu spät dran. «Die Grippewelle breitet sich rasch aus und hat diese Woche auch die Ostschweiz erfasst», so Koch. Der Impfschutz sei aber erst zwei Wochen nach der Impfung aufgebaut. «Jedoch sollte man im Einzelfall mit dem Arzt Rücksprache halten. Eine Impfung kann unter Umständen trotzdem noch sinnvoll sein», ist Daniel Koch überzeugt.