Der Zivilschutz ist bereit

Die Zivilschutzanlage Stampf in Sevelen steht bereit als vorübergehende Notunterkunft für 70 Flüchtlinge. Auf die Zivilschützer wartet ein neue, ihnen bisher weitgehend unbekannte Aufgabe.

Heini Schwendener
Drucken
Teilen
Mario Caluori (links) und Peter Hanselmann von der Zivilschutzorganisation Werdenberg Süd inspizieren die Zivilschutzanlage Stampf in Sevelen. (Bild: Heini Schwendener)

Mario Caluori (links) und Peter Hanselmann von der Zivilschutzorganisation Werdenberg Süd inspizieren die Zivilschutzanlage Stampf in Sevelen. (Bild: Heini Schwendener)

SEVELEN. Am Dienstag erteilte der kantonale Führungsstab den Auftrag, die Zivilschutzanlage Stampf betriebsbereit für den Ansturm von Flüchtlingen zu machen. Gestern nachmittag konnten Peter Hanselmann und Mario Caluori, der Stellenleiter und der Kommandant der Zivilschutzorganisation (ZSO) Werdenberg Süd, vor Ort zufrieden feststellen: Alles ist vorbereitet, um maximal 70 Flüchtlinge vorübergehend unterbringen zu können.

Qualifikation berücksichtigen

Wenn dann die ersten von ihnen eintreffen – vielleicht heute, vielleicht morgen –, schlägt vor allem die Stunde der Betreuer innerhalb der ZSO. Sechs Leute sind vorläufig telefonisch und schriftlich aufgeboten und gebrieft worden. Sie sind somit bereit, um einige Tage zu zweit im Dreischichtbetrieb rund um die Uhr für die Flüchtlinge zu sorgen. Die Zivilschützer sind für einen reibungslosen Betrieb der Anlage besorgt. Sie sind Anlaufstelle für die Flüchtlinge und besorgen wenn nötig einen Dolmetscher oder medizinische Hilfe. Ausserdem versorgen die Zivilschützer zusammen mit dem rückwärtigen Logistikteam, die Flüchtlinge mit Essen. Die Mahlzeiten werden vom Küchenteam des bzb Buchs zubereitet. Verpflegt werden die Flüchtlinge nicht unter Tag, sondern im ehemaligen Schulhaus Stampf auf der anderen Strassenseite.

Motiviert und hilfsbereit

Hanselmann und Caluori kennen die Qualifikationen und die Sozialkompetenz ihrer Leute und wissen um deren Fremdsprachenkenntnisse. Einer der Zugführer spricht sogar arabisch. Entsprechend wurden die Zivilschützer rekrutiert. Denn sie erwartet eine neue Aufgabe, mit der sie bisher keine Erfahrung sammeln konnten. «Die Leute sind aber motiviert und ihr Wille zu helfen ist spürbar», so Peter Hanselmann. Insofern sei er zuversichtlich, dass trotz der anspruchsvollen Aufgabe der Betrieb in der Zivilschutzanlage gut funktionieren werde.

Die Asylsuchenden würden die Hilfsbereitschaft der Zivilschützer schätzen, weiss Hanselmann aus Erfahrung. Er ist nämlich auch für die Zivilschutzanlage Hanfland in Buchs zuständig, wo seit Sonntagabend jene Flüchtlinge für eine einzige Nacht untergebracht werden, die erst spätabends in Buchs eintreffen.

Regulärer Zivilschutz-WK

Ob ein 24-Stunden-Betrieb nötig sei, werde sich nach den ersten Erfahrungen weisen, sagt Hanselmann. Nächste Woche finde sowieso ein regulärer Zivilschutz-WK statt. Personalprobleme werde es also keine geben.