Der Widerstand wird organisiert

Gemeinden und Politiker sind nicht einverstanden, dass die SBB den Billettverkauf bei 52 Partnern einstellen wollen.

Hanspeter Thurnherr
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Letzte Woche wurde bekannt, dass die SBB die Zusammenarbeit mit der Valora, Migrolino , der Post sowie privaten Stationshaltern beim Billettverkauf auf Anfang Januar 2018 beenden (W&O vom 7. September). In den Gemeinderatsverhandlungen informiert der Gemeinderat Wartau, dass auch die Poststelle Trübbach ab jenem Zeitpunkt keine Billette und Bahndienstleistungen mehr verkaufen werde.

Interpellation im Kantonsrat geplant

«Der Gemeinderat wird gegen das Vorgehen der SBB zusammen mit anderen Gemeinden intervenieren und darauf hinwirken, dass der Billettverkauf durch Dritte aufrechterhalten bleiben. Nachdem in Wartau die Bahnhöfe geschlossen worden sind, ist ein Verkaufs- und Beratungspunkt für Billette notwendig», heisst es wörtlich in den Gemeinderatsverhandlungen.

Gemeindepräsident Beat Tinner sagte auf Anfrage, dass Bestrebungen laufen, auf die am Montag beginnende Session hin eine möglichst parteienübergreifende Interpellation zustande zu bringen. Das dürfte kaum ein Problem sein, ist doch die Ostschweiz von der geplanten Schliessung überdurchschnittlich betroffen. Von den 52 Verkaufsstellen in der gesamten Schweiz befinden sich nicht weniger als 20 in der Ostschweiz. Die meisten davon im ländlichen Raum. In der Interpellation soll deshalb erfragt werden, wie die Regierung den geplanten Serviceabbau beurteilt.

Möglichkeit persönlicher Beratung wichtig

Für Beat Tinner ist der Entscheid der SBB insbesondere nach der Ablehnung der Service-public-Initiative nicht nachvollziehbar, umso mehr sich die Gemeinden für eine Ablehnung ausgesprochen hätten. Als Präsident der Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr (IGöV) betont er auch, dass Bahn- und Busbenützer sich heute am Schalter der 52 Verkaufsstellen persönlich informieren und beraten lassen, wie man Billette und Abos erwerben kann, ohne diese an den Automaten beschaffen zu müssen.

Wie der W&O aus gewöhnlich gutunterrichteter Quelle weiss, wollen Ostschweizer Bundesparlamentarier auch in Bern die Sache zur Sprache bringen. Die erwartete Einsparung von fünf Millionen Franken stehe nämlich in einem Missverhältnis zu den Auswirkungen des Leistungsabbaus.