Der Tod gehört zum Leben

Bis morgen Donnerstag lädt eine Wanderausstellung im Kleintheater fabriggli dazu ein, über «unheilbar krank sein» sowie das Sterben nachzudenken und sich damit auseinanderzusetzen.

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Die bis morgen Donnerstagabend dauernde Ausstellung im Kleintheater fabriggli in Buchs will informieren und zum Nachdenken anregen, erklärt Ludwig Altenburger als Leiter des Forums Palliative Care Buchs. (Bild: Thomas Schwizer)

Die bis morgen Donnerstagabend dauernde Ausstellung im Kleintheater fabriggli in Buchs will informieren und zum Nachdenken anregen, erklärt Ludwig Altenburger als Leiter des Forums Palliative Care Buchs. (Bild: Thomas Schwizer)

BUCHS. Sich mit der Endlichkeit des Lebens und dem Sterben auseinandersetzen und darüber nachdenken. Mit Ohnmacht und Trauer umgehen. Die Wanderausstellung Palliative Care im fabriggli und interessante Referate zu verschiedenen Themen wie Alter, (unheilbar) krank sein, Patientenverfügung und Demenz laden seit Montagabend die Bevölkerung dazu ein.

Die Endlichkeit des Lebens

Ein Bett mit bestickter Bettwäsche, ein Stuhl, ein Nachttisch mit Lampe und Kopfhörer stehen im Zentrum der Wanderausstellung. Auf der Bettdecke sind Gedanken von Menschen zu lesen, die gezwungen sind, sich mit der Endlichkeit des Lebens auseinanderzusetzen. Auf langen bedruckten Stoffbändern umkreisen Texte unter anderem Fragen wie «Hat sich das Sterben in der heutigen Zeit verändert? Wie geht man mit Ohnmacht und Trauer um? Was brauchen schwer kranke und sterbende Menschen, was sind ihre Ängste? Wie geht es den Angehörigen?»

Der Fachbegriff Palliative Care umfasst Massnahmen, die das Leiden unheilbar kranker Menschen lindern und ihnen eine bestmögliche Lebensqualität bis zum Ende ermöglichen. Palliativmedizin soll den Betroffenen und ihrem Umfeld Hilfe leisten – im medizinischen, psychologischen oder sozialen Bereich.

Interessante Vorträge

Der Buchser Gemeindepräsident Daniel Gut eröffnete am Montagabend die Ausstellung im fabriggli. Dr. med. Daniel Büche, Fachbereichsleiter Palliativzentrum Kantonsspital St. Gallen, sprach danach zum Thema «Palliative Care: damit das Finale kein Drama wird». Damit machte Büche den Auftakt zu vier aufklärenden, informativen Fachvorträgen.

Gestern Dienstag sprach Dr. med. Christoph Ritter, Hausarzt in Grabs und Berater Palliative Care am Spital Grabs, über Patientenverfügungen. Heute Mittwoch um 19 Uhr findet ein Vortrag und eine Diskussion mit Dr. med. Max Burger aus St. Gallen statt zum Thema «Sinnerfüllt im Alter – aber wie?». Er ist Arzt, Psychotherapeut und Gesundheitsclown. Morgen Donnerstag um 19 Uhr schliesst Dr. med. Birgit Schwenk, Leitende Ärztin Akutgeriatrie und Frührehabilitation Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland, die Vortragsreihe im Rahmen der Wanderausstellung ab. Sie spricht über «Leben in der Vergangenheit – Geborgen im Jetzt. Palliative Care bei Demenzkranken.» Danach klingt die Ausstellung mit Gedanken von Ludwig Altenburger und einem Apéro aus.

Alle Vorträge sind öffentlich, der Eintritt zur Ausstellung, die täglich von 18 bis 20 Uhr offen ist, und zu den Vorträgen ist frei.

Für Ludwig Altenburger, Leiter des Forums Palliative Care in Buchs, soll die Ausstellung den Tod ins Bewusstsein holen – «er gehört zum Leben und sollte kein Tabuthema sein». (ts)