«Der Stress in der Probezeit der Sek muss nicht sein»

SENNWALD. Die Gemeinde Sennwald will die Probezeit beim Übertritt von der Mittelstufe in die Oberstufe abschaffen. Gegen diesen Beschluss des Gemeinderates kann noch bis am 11. Januar das Referendum ergriffen werden.

Alexandra Gächter
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Die Notengebung in der Probezeit sei demotivierend für die Schüler. In Sennwald wird es voraussichtlich keine Probezeit mehr geben. (Bild: pd)

Die Notengebung in der Probezeit sei demotivierend für die Schüler. In Sennwald wird es voraussichtlich keine Probezeit mehr geben. (Bild: pd)

SENNWALD. Die Gemeinde Sennwald will die Probezeit beim Übertritt von der Mittelstufe in die Oberstufe abschaffen. Gegen diesen Beschluss des Gemeinderates kann noch bis am 11. Januar das Referendum ergriffen werden.

«Ich erwarte aber keine einzige Rückmeldung diesbezüglich», sagt Schulratspräsident Christoph Friedrich. In der Probezeit seien nämlich jeweils nur zwischen keinem und zwei Schülern von einer gefährdeten Promotion betroffen. Ausserdem wurden in anderen Werdenberger Gemeinden die Probezeit schliesslich auch abgeschafft, so Friedrich weiter.

«Noten sind demotivierend»

Gründe, wieso die Probezeit abgeschafft wird, gibt es laut Friedrich einige. «Unsere Einschätzung, ob ein Schüler in die Sek oder Real gehört, hat sich in den vergangenen Jahren als richtig erwiesen. Es gab nur ganz wenige, welche in der Probezeit zurückgestuft wurden.»

Zudem habe der Schulrat das Gefühl, dass die Notengebung während der Probezeit demotivierend für die Schüler sei. Die Probezeit bringe also Stress, der nicht sein müsse. «Um ein aussagekräftigeres Notenbild zu erhalten, müssen die Lehrer in der zehnwöchigen Probezeit künstlich mehr Prüfungen machen», sagt Friedrich. Das gehe zulasten des Lehrplans. «Die Probezeit ist ungeeignet für die neuen, kompetenzorientierten Lehrmittel. Ohne die Probezeit haben die Lehrer mehr Zeit für einen ganzheitlicheren Unterricht.» Der Lehrplan 21 und die 10wöchige Probezeit würden sich also widersprechen, begründet Friedrich weiter.

Noten als Grundlage

Da es auch keine Sekprüfung mehr gibt, entscheidet der Primarlehrer, ob das Kind in die Sekundar- oder die Realschule geht. Als Entscheidungsgrundlage dient ihm das Notenbild in allen Fachbereichen sowie Gespräche mit den Eltern. Sind Lehrer und Eltern nicht gleicher Meinung, entscheidet der Schulrat, so Friedrich.

Dialog wird gesucht

Kann ein Schüler in der Sekundarschule nicht mithalten, versuche die Schule pragmatisch vorzugehen. «Wir suchen nach Unterstützungsmassnahmen, anstatt sofort in die Realschule zu versetzen.» Eine Versetzung sei selbstverständlich auch möglich, jedoch würde die Schule zuerst den Dialog mit den Eltern suchen. ? LOKAL 5

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