Der Streit um Sika geht weiter und beschäftigt die Gerichte

BAAR. Die Gründerfamilie Burkard ist mit ihrem Vorhaben gescheitert, im Verwaltungsrat des Bauchemiekonzerns Sika die Mehrheit zu übernehmen.

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BAAR. Die Gründerfamilie Burkard ist mit ihrem Vorhaben gescheitert, im Verwaltungsrat des Bauchemiekonzerns Sika die Mehrheit zu übernehmen.

Buhrufe und Pfiffe

Weil das Gremium die Stimmkraft von Burkards Schenker-Winkler Holding (SWH) beschränkte, sie beherrscht mit 16 Prozent des Kapitals 52 Prozent der Stimmen, wurden an der Generalversammlung (GV) die unabhängigen Verwaltungsräte um Präsident Paul Hälg alle wiedergewählt. Die SWH hatte bereits im Vorfeld angekündigt, in diesem Fall gegen diese Beschlüsse mit Anfechtungsklagen vorzugehen.

Bei anderen Traktanden durfte die SWH mit ganzer Stimmkraft partizipieren. Prompt wurde den unabhängigen Verwaltungsräten die Entlastung verweigert, was Verantwortlichkeitsklagen gegen sie ermöglicht. Die unabhängigen Verwaltungsräte und die Konzernleitung sind gegen einen Verkauf der SWH-Aktien an die französische Saint-Gobain ohne Übernahmeofferte an die Publikumsaktionäre. SWH-Vertreter und Sika-Verwaltungsrat Urs Burkard sagte, seine Familie habe das Recht zum Aktienverkauf. Dafür erntete er Buhrufe und Pfiffe.

Die sieben Stunden dauernde Generalversammlung war begleitet von Feindseligkeiten. So lehnte die SWH den Vergütungsbericht 2014 konsultativ ab – und auch die Anträge zu den Vergütungen für den Verwaltungsrat für die neue Amtsperiode.

Ausserordentliche GV im Juli

Abgelehnt wurde der Antrag der Ethos-Stiftung, die Opting-out-Klausel zu streichen. Diese Klausel verhindert, dass Saint-Gobain den Publikumsaktionären eine Übernahmeofferte vorlegen muss. Zum Schluss fand ein Antrag der SWH auf eine ausserordentliche Generalversammlung am 24. Juli eine Mehrheit. An dieser will die SWH erneut versuchen, im Verwaltungsrat die Macht zu übernehmen. (wo) • THEMA 15

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